Pommersche Landsmannschaft
Kreisgruppen Neubrandenburg und Umgebung
An den
Landesverband der Pommerschen Landsmannschaft
z.Hd. des Vorsitzenden Herrn Dietrich Hoffmüller
Wokrenter Weg 4
18239 Heiligenhagen / Satow


17033 Neubrandenburg, den 18.07.2010

Betr.: Antrag mit der Bitte um Unterstützung


Sehr geehrter Herr Hoffmüller,

im Auftrag unseres Vorstandes und den Mitgliedern unserer Kreisgruppe möchte ich mich heute 65 Jahre nach der Vertreibung aus unserer angestammten Heimat mit einigen Anliegen, Problemen und Vorschlägen an Sie wenden. Sie sind getragen von der Sorge nach einer fehlenden Basis zur Erfüllung unserer Ziele und Aufgaben, die im Statut unseres Verbandes eigentlich seit vielen Jahren verankert sind.

Grundsätzlich müssen wir feststellen, dass unsere Landesregierung uns nicht die Unterstützung gewährt, die aus der historischen Verantwortung eigentlich von unseren Mitgliedern erwartet wird. Natürlich haben unsere in der Kreisgruppe der Pommern organisierten überwiegend betagten Landsleute nicht die vor etwa 15 Jahren gewährte finanzielle Unterstützung vergessen (4.000 DM), jedoch sind zwischenzeitlich erfolgte Novellierungen des Bundesvertriebenengesetzes nicht immer im Interesse unserer Mitglieder erfolgt.

Allerdings unterstützen wir natürlich auch Gesetzesinitiativen im Interesse von unverschuldet in Not geratenen anderen Opfergruppen des 2. Weltkrieges, anderseits gibt es auch genügend Hinweise auf Altersarmut in unseren Reihen selbst. Vorgeschlagen wird deshalb auch die Ausdehnung des Beschlusses der 97. Landtagssitzung zur Unterstützung für Überlebende des Holocaust (Opferrente statt Sozialhilfe) auf betroffene Angehörige unserer Organisation, die heute ebenfalls auf Sozialhilfe angewiesen sind. Darüber hinaus sollte in besonderen Härtefällen eine einmalige Nachzahlung von 1.000 EUR je Person ebenfalls in Erwägung gezogen werden um so eine Gleichstellung zur Eingliederungshilfe für Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion sicher zu stellen.

Gleichzeitig möchte ich für eine gesicherte Arbeit im Nachwuchsbereich unseres Verbandes werben, denn gegenwärtig liegt das Durchschnittsalter unserer Mitglieder bereits bei 77 Jahren. Ich möchte Sie bitten, insbesondere für länderübergreifende Jugendprojekte die erforderlichen finanziellen Mittel über die Landesregierung zu sichern, um als "Brückenbauer zur Versöhnung" zwischen unseren östlichen Nachbarvölkern noch besser wirksam zu werden.

Unsere Mitglieder würden sich ebenfalls freuen, wenn auch unsere Landesregierung sich zum Abschluss einer Patenschaft für das geplante Zentrum gegen Vertreibungen -Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung - bekennen würde.

Sehr geehrter Herr Hoffmüller, es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Vorschläge zur Intensivierung der Verbandsarbeit. Über frühere an die Landesvorsitzende Frau Holznagel gerichtete Informationen sind Sie ja ebenfalls informiert worden. Sie sollten diese Anregungen ebenfalls unterstützen und möglichst kurzfristig eine Gesetzesinitiative durch die demokratischen Parteien im Landtag zur besseren Unterstützung unserer verantwortungsvollen Tätigkeit erwirken.

Mit heimatlichen Grüßen

gez. W. Sasse

Vors. PLM Stadt Neubrandenburg

Mitautor: Dr. Klaus Zinke





Nach vielen Nachfragen und weiterem Schriftverkehr kam nun doch noch eine Antwort - nach dem bekannten Sprichwort:

STETER TROPFEN HÖHLT DEN STEIN!


19. Mai 2011

Sehr geehrter Herr Zinke,

Ihre E-Mail vom 9. Mai 2011 habe ich dankend erhalten.

Der CDU-Landtagsfraktion ist das Thema der Heimatvertriebenen sehr wichtig. Wir unterstützen die Arbeit der "Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung" sowie die Initiative des Bundesrates, den 5. August zum bundesweiten Gedenktag für die Opfer von Vertreibung zu erheben. Außerdem stehen wir der Errichtung von Gedenksteinen, die an Flucht und Vertreibung erinnern, aufgeschlossen gegenüber.

In dieser Legislaturperiode einen Ihrem Anliegen entsprechenden Antrag in den Landtag einzubringen wird leider nicht mehr möglich sein. Es verbleibt im Juni lediglich eine Landtagssitzungswoche vor Ende der Legislatur. Ein wie von Ihnen geforderter Antrag, der sich mit einer Rente für Heimatvertrieben befasst, ist aufgrund der im Vorfeld notwendigen Prüfungen und Abstimmungen innerhalb der Koalition in dieser kurzen Zeit nicht mehr möglich.

Wir werden Ihre Anregung jedoch innerhalb unserer Fraktion und in den zuständigen Arbeitskreisen umfassend diskutieren und - sofern die CDU auch in der nächsten Legislaturperiode Regierungsverantwortung tragen wird - als Prüfstein in die nächste Legislatur mitnehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Harry Glawe, MdL

Fraktionsvorsitzender