24. Heimatkreistreffen Belgard-Schivelbein 2001

am 25. und 26.08.2001 in Celle
Liebe Landsleute aus dem Heimatkreis Belgard-Schivelbein, wir laden Sie hiermit zum 24. Heimatkreistreffen ein, das am 25. und 26. August 2001 in Celle in der Congress-Union stattfindet. Wir würden uns freuen, viele Landsleute aus den Städten Bad Polzin, Belgard, Schivelbein und den ländlichen Gemeinden des Heimatkreises im 48. Jahr der Patenschaft des Landkreises Celle begrüßen zu können.

Falls Ihnen weitere Heimatfreunde bekannt sind, die von uns eine Einladung nicht erhalten haben, geben Sie diese bitte weiter.

In heimatlicher Verbundenheit

Für den Heimatkreis P. Dallmann, Vorsitzender des Heimatkreises

Für den Patenkreis K. Wiswe, Landrat


Programmfolge:


Freitag den 24. August 2001

19.30 Uhr - "Der Heimatkreis Belgard-Schivelbein im Internet". Vortrag und Präsentation für bereits angereiste und nahe wohnende Besucher von Dieter Schimmelpfennig. Ort: Kreistagssaal, Trift 26.


Sonnabend, den 25. August 2001

10.30 Uhr - Stadtführung durch die historische Altstadt von Celle für die bereits anwesenden Landsleute.

ab 14.00 Uhr - Eintragung in die Anwesenheitslisten, Verkauf von Büchern, Postkarten, Stadtplänen (Treffpunkt im Foyer der Congress-Union).

15.00 Uhr - Traditionelle Treffen einzelner Altschülergruppen, Freundeskreise, Stadt- und Dorfgemeinschaften. Die Treffpunkte der angemeldeten Gruppen werden auf einer Tafel am Info-Stand im Foyer bekanntgegeben.

20.00 Uhr - Gemütliches Beisammensein mit Tanz, auch für die Jugend (im Europasaal).

Alle Veranstaltungen in der Congress-Union Celle


Sonntag, den 26. August 2001

9.30 Uhr - Gedenkgottesdienst im Kreistagssaal des Landkreises Celle.

11.00 Uhr - Gedenkfeier am Ehrenmal in den Triftanlagen für alle Teilnehmer mit Totenehrung und Andacht:

Glockengeläut - Tonbandaufnahme der Kirchenglocken Rarfin

Feierliche Musik - Kreisposaunenchor, Ltg. Frau Hahne

Totenehrung - Paul Dallmann, Vorsitzender des Heimatkreisausschusses

Kranzniederlegung - Kreisposaunenchor

Andacht - Landessuperintendent i. R. Karl Manzke, Celle
Intrade
Eingangswort
Gemeinsamer Gesang: Großer Gott...., EG 331, 1 + 2
Ansprache
Gemeinsamer Gesang: Großer Gott...., EG 331, 1 + 2
Gebet mit gemeins. Vater unser
Segen

Glockengeläut - Tonbandaufnahme der Kirchenglocken Rarfin

Begrüßung durch den Patenkreis Celle - Landrat Klaus Wiswe

Pommernlied - Gemeinsamer Gesang (Strophen 1 und 5)

Festansprache - Paul Dallmann, Vorsitzender des Heimatkreisausschusses

Deutschlandlied - Gemeinsamer Gesang


Veranstaltungen in der Congress Union:

ab 12.30 Uhr - Gemeinsames Mittagessen.

15.00 Uhr - Heimatkreisversammlung im Europasaal.

ab 15.30 Uhr - Wiedersehensfeier, Gedankenaustausch, gemütliches Beisammensein.


Internetdarbietung - Präsentation der Internetseiten Belgard - Schivelbein von Dieter Schimmelpfennig am Sonnabend und Sonntag an einem separaten Stand in der Congress-Union.

Ausstellung - Heimatkreisarchiv in Celle - Anschrift: Trift 30 (Kreisbildstelle). Geöffnet Sonnabend, den 25.8.2001 von 10.00 - 12.00 Uhr und von 14.00 - 19.00 Uhr und am Sonntag, den 26.8.2001 von 9.00 - 10.45 Uhr und 12.30 - 17.00 Uhr.

Unkostenbeitrag 15,00 DM pro Teilnehmer (Jugendliche unter 18 Jahren frei) zur Förderung der Patenschaftsarbeit.

Rückfragen wegen des 24. Heimatkreistreffens beim Heimatkreisbearbeiter Paul Dallmann, Schlesierstraße 10, 38312 Ohrum, Fernruf (05337) 285, oder beim Landkreis Celle (05141) 916241.


Achtung wichtiger Hinweis!

Vernichten Sie bitte keine Fotografien oder andere Dokumente aus unserem Heimatkreis. Bitte stellen Sie das Material dem Heimatkreisarchiv in Celle zur Verfügung. Unterstützen Sie bitte die evangelischen Christengemeinden in Belgard und Schivelbein durch eine Spende an den Landkreis Celle, Sparkasse Celle (BLZ 257 500 01) Kto.-Nr. 3400, Buchungszeichen 4.00000.00031.





Ain Pommer jifft ni up!

24. Heimatkreistreffen Belgard-Schivelbein
in Celle bei kaiserlichem Wetter


Von

In harmonischer Eintracht feierten die Belgarder, Schivelbeiner und Bad Polziner und mit ihnen viele der Dorfgemeinschaften der ehemals 131 Landgemeinden ihr 24. Heimatkreistreffen vom 24. bis 26. August in der Herzogs- und Heidestadt Celle. Es waren glanzvolle Tage der Begegnung und des Erinnerns, eine gelungene Veranstaltung bei kaiserlichem Wetter.

Schon am Freitag versammelten sich ca. 50 Personen im Kreistagssaal. Am Sonnabend, dem ersten Veranstaltungstag, waren der große Europa-Saal und die Nebenräume bereits vollständig besetzt. Das Interesse und Bedürfnis heimatlicher Begegnung waren groß. Insgesamt nahmen an dem Treffen        (zahlende) Landsleute teil. Neben weiteren Veranstaltungen und internen Dorf-, Stadtteil- und Klassentreffen (Siedlung am Lazarett mit Günter Beilfuss, von         von Kurt Henke eingeladenen ehemaligen Schülern erschienen 9) versammelte sich am Sonnabend der Belgarder Freundeskreis unter Beteiligung zahlreicher Interessenten zu einem Informationsgespräch. Über das Ergebnis und die Arbeit des Freundeskreises werden die Vorsitzenden, Barbara Haferland und Dr. Harald Lutter, berichten.

Den Gedenkgottesdienst am Sonntagmorgen läutete die Glocke aus Rarfin (Tonbandaufnahme) ein. Landessuperintendent Karl Manzke, Bauernsohn aus dem Kreis Schlawe in Pommern, hielt den Gottesdienst. Seine einfühlsamen Worte und seine eindrucksvolle Predigt über Lukas 18, 9 - 14, waren Genuß für jeden, der Gottes Wort hörte und innere Stille suchte und zugleich ein beseligender Auftakt für den Tag des Herrn!

Der Vorsitzende des Heimatkreisausschusses, Paul Dallmann, hieß in der Gedenkfeier in den Triftanlagen Teilnehmer und Gäste herzlich willkommen und hatte die Ehre, den Landrat des Landkreises Celle, Herrn Landrat Klaus Wiswe, herzlich zu begrüßen. Er gab seiner Freude auch darüber Ausdruck, daß die 2. stellv. Landrätin des Landkreises Celle, Frau Margrit Brauer, und der stellv. Bürgermeister der Stadt Celle erschienen waren. Herr Oberkreisdirektor a. D. Klaus Rathert, der den Landkreis Celle als Patenvater über lange Jahre vorbildlich und mit Hingabe verstand, ließ herzliche Grüße übermitteln. Anschließend legten die Vertreter des Paten- und des Heimatkreises Kränze an dem Belgarder Gedenkstein zu Ehren unserer Toten nieder.

Herr Landrat Wiswe hieß die Teilnehmer herzlich willkommen. Erfreut hörten die Belgard-Schivelbeiner aus seinem Munde, daß er und der Patenkreis treu zu seine Patenkindern hielten. Er verwies auf die erbrachten Dienste und Leistungen zu Gunsten des Heimatkreises und daß dessen Förderung Bestandteil des Patenschaftsverhältnisses auch künftig sei.

Landrat Wiswe hob die Verdienste der ausgeschiedenen Mitglieder des Heimatkreisausschusses hervor, die dem Heimatkreisausschuß seit Beginn angehört hätten: Dr. Albrecht von Braunschweig, Hermann von Kleist, Horst Spenner. Gleichzeitig lud Landrat Wiswe ein zu dem nächsten Heimatkreistreffen im Jahre 2003, dem dann 25. Jubiläumstreffen.

Paul Dallmann umriß in kurzen Worten die politische Situation der Heimatvertriebenen, namentlich beklagte er die Geschichtslosigkeit der Gesellschaft; ostdeutsche Geschichte werde nicht mehr gelehrt, ja der Staat sei an der Bewahrung ostdeutscher Geschichte und Kultur als Teil gesamtdeutschen Erbes nicht mehr interessiert. Die weitgehend abgebrochene finanzielle Förderung mache dies deutlich.

Am Sonntag nachmittag wählte die im Europasaal stattfindende Versammlung die folgenden Landsleute neu in den Heimatkreisausschuß: Dr. jur. Harald Lutter aus Belgard, heute Erkrath; Dieter Schimmelpfennig aus Schivelbein, heute Owschlag; Manfred Pleger aus Denzin, heute Laboe.

Paul Dallmann hob auch seinerseits noch einmal die Verdienste der ausgeschiedenen Mitglieder Dr. Albrecht von Braunschweig, Hermann von Kleist und Horst Spenner hervor und wünschte ihnen Gesundheit und Wohlergehen.

Viele Besucher machten Gebrauch vom Unterhaltungsangebot des Patenkreises, wozu fast immer auch ein Besuch des Heimatkreismuseums (Heimatstube) gehörte. In mehreren hellen Räumen bietet die Heimatstube eine reiche Auswahl von Bildern, Kartenmaterialen, Büchern, Akten etc. Es tut wohl zu sehen, wie über sichtlich und geordnet die Materialien gezeigt und aufbewahrt werden. Frau Angelika Esser und ihren Mitarbeitern danken wir dafür von Herzen. Für sie bedeutet die Leitung des Archivs viel Kleinarbeit. Welche Mühe gehört nicht schon dazu, die eingesandten Bilder und Materialien nicht selten mangels ausreichender Beschreibung einzuordnen. Daß sich die Mitarbeiter dieser Aufgabe mit Hingabe, Umsicht und Einfühlungsvermögen widmen, hat mich besonders gerührt, sind wir doch an diesem Ort der Beschaulichkeit unserer pommerschen Heimat besonders nah.

Unser Schivelbeiner Heimatfreund Dieter Schimmelpfennig war "rund um die Uhr" damit beschäftigt, unseren Landsleuten seine Internetaufzeichnungen groß im Bild zu zeigen, Auskünfte zu geben und sein Internet zu ergänzen. Das Internet und die sich damit bietenden Möglichkeit sind besonders für uns Vertriebene, die wir weit verstreut leben, von unschätzbarem Wert. So finden z. B. junge Leute Informationen über ihre bzw. ihrer Eltern Herkunft und damit nicht selten persönlich Zugang zur pommerschen Heimat und ihren Menschen.

Die Internetaufzeichnungen haben derzeit einen Umfang von über 800 Seiten und werden von Dieter Schimmelpfennig laufend ergänzt. In zwölf Monaten besuchten 20.000 Besucher seine Aufzeichnungen, davon waren 70 Prozent Deutsche, 20 Prozent der "Einklicker" kamen aus USA, Kanada, Australien; der Rest verteilte sich auf Brasilien, Schweden, Schweiz, Polen, auch auf Besucher aus Japan und Hongkong.

Dank Herrn Schimmelpfennig: Auf die Frage nach seiner persönlichen "Zuordnung" sagte er: "Meine Familie ist Erich Schimmelpfennig, Manufakturwaren Steintorstraße in Schivelbein", er selbst ist schon in Heide / Holstein geboren.

Den Kreis Belgard-Schivelbein mit Städten und Gemeinden finden Sie im Internet unter http://www.belgard.org oder http://www.belgard-schivelbein.de.

Ältester Besucher war mit 95 Jahren Dr. Erwin Nitz aus Lüneburg, Sohn des früheren Lehrers in Naffin und Bruder der kürzlich verstorbenen Kaufmannsfrau Hertha Beyer geb. Nitz, Belgard, Ecke Markt / Poststraße. Wie sehr man im Einzelfall doch sucht - und findet. Dr. Nitz fragte mich, ob denn Hedwig Pagel aus Roggow (ihr Ehename ist Ebert), ebenfalls in den 90ern, anwesend sei. Nun, zufällig konnte ich helfen: zwar war Hedwig Pagel, weil reiseunfähig, nicht anwesend, wohl aber deren Tochter. So mag hier, wie hoffentlich in vielen Fällen, ein glückliches Erinnern den Tag vergoldet haben - und weit hin leuchten über diesen Tag hinaus! Zu den weiteren älteren Teilnehmern gehörten Pastorin i. R. Erika Henning (90 Jahre) und Erika Münchow (88 Jahre), beide kamen aus Hamburg.

Wenn das 24. Heimatkreistreffen so erfolgreich und harmonisch verlief, so ist dies der inneren Stimmung, der Erwartungshaltung, der Freude und der Herzenswärme jedes einzelnen Teilnehmers zu danken, aber wir müssen auch sehen, daß das Fest nur deshalb so prächtig gelingen konnte, weil sich die Kreisverwaltung mit Anteil und Hingabe dafür einsetzte. Aber auch den im Hintergrund wirkenden Landsleuten, die die Stadt-, Dorf- und Klassengemeinschaften zusammentrommelten und damit für den guten Besuch sorgten, Dank.

Das Amt für Schule und Kultur organisierte das Treffen und führte es administrativ durch. Dafür gebührt Kreisoberamtsrat Hartmut Stucke und dessen Vertreterin, Angelika Esser, sowie allen Mitarbeitern Dank und Anerkennung. Wir dürfen auch im nunmehr beginnenden 49. Jahr der Patenschaft feststellen, daß der Patenkreis Celle, dessen Organe und die Mitarbeiter des Amts für Schule und Kultur den Patenschaftsvertrag in vorbildlicher Weise erfüllen. Dafür sind wir von Herzen dankbar.

Paul Dallmann stellt sich der Aufgabe als Vorsitzender des Heimatkreisausschusses, heute als 82jähriger, nun schon 22 Jahre. Klopfen wir ihm dankbar auf die Schulter, so wie er es nicht selten als Ausdruck des Dankes tut mit dem Wunsche guter Gesundheit und Wohlergehens für ihn und seine Ehefrau.

Paul Dallmann läßt alle Landsleute grüßen, besonders aber grüßt er all jene, die wegen Alters, Krankheit oder aus anderen zwingenden Gründen an dem Heimatkreistreffen nicht teilnehmen konnten, doch wehmütigen Herzens gedanklich begleiteten.

Bleiben wir rührig und von Heimatliebe beseelt, und sehen wir mit Gottvertrauen und Zuversicht der weiteren Entwicklung unserer Heimatkreisgemeinschaft und dem 25. Heimatkreis-Jubiläumstreffen in Celle im Jahre 2003 entgegen: Ain Pommer jifft ni up !


[Pommersche Zeitung vom 22. September 2001]