25. Heimatkreistreffen Belgard-Schivelbein 2003

am 6. und 7. September in Celle
50 Jahre Patenschaft für den Heimatkreis Belgard-Schivelbein


Liebe Landsleute aus dem Heimatkreis Belgard-Schivelbein,

wir laden Sie hiermit herzlich ein und würden uns freuen, viele Landsleute aus dem Heimatkreis Belgard-Schivelbein zum 50jährigen Bestehen der Patenschaft des Landkreises Celle begrüßen zu können.

Falls Ihnen weitere Heimatfreunde bekannt sind, die von uns eine Einladung nicht erhalten haben, geben Sie diese bitte weiter.

In heimatlicher Verbundenheit

Für den Heimatkreis
P. Dallmann, Vorsitzender des Heimatkreises

Für den Patenkreis
K. Wiswe, Landrat



Programmfolge:


Freitag, den 05. September 2003

19.30 Uhr - "Heimatliche Vorträge" von Manfred Pleger und Dr. Harald Lutter, mit Bildern unterlegt von Dieter Schimmelpfennig. Ort: Kreistagssaal, Trift 26.


Sonnabend, den 06. September 2003

10.30 Uhr - Stadtführung durch die historische Altstadt von Celle für die bereits anwesenden Landsleute (Treffpunkt im Foyer der Congress-Union).

ab 14.00 Uhr - Eintragung in die Anwesenheitslisten, Verkauf von Büchern, Postkarten, Stadtplänen.

15.00 Uhr - Traditionelle Treffen einzelner Altschülergruppen, Freundeskreise, Stadt- und Dorfgemeinschaften. Die Treffpunkte der angemeldeten Gruppen werden auf einer Tafel am Info-Stand im Foyer bekanntgegeben.

19.30 Uhr - Gemütliches Beisammensein mit Musik- und Tanzdarbietungen (im Europasaal).

Alle Veranstaltungen in der Congress-Union Celle


Sonntag, den 07. September 2003


09.30 Uhr - Gedenkgottesdienst im Kreistagssaal des Landkreises Celle, Trift 26a.

11.00 Uhr - Gedenkfeier am Ehrenmal in den Triftanlagen für alle Teilnehmer des Treffens mit Totenehrung und Andacht.

ab 12.30 Uhr - Gemeinsames Mittagessen in der Congress-Union.

14.30 Uhr - Jubiläums-Heimatkreisversammlung im Europasaal.

ab 15.30 Uhr - Wiedersehensfeier und Gedankenaustausch.


Internetdarbietung - Präsentation der Internetseiten Belgard - Schivelbein von Dieter Schimmelpfennig am Sonnabend und Sonntag an einem separaten Stand in der Congress-Union.

Ausstellung - Heimatkreisarchiv in Celle - Anschrift: Trift 30 (Kreisbildstelle). Geöffnet Sonnabend, dem 6.9.2003 von 10.00 - 12.00 Uhr und 14.00 - 19.00 Uhr und am Sonntag, dem 7.9.2003 von 9.00 - 10.45 Uhr und 12.30 - 17.00 Uhr.

Unkostenbeitrag 8,00 EUR pro Teilnehmer (Jugendliche unter 18 Jahren frei) zur Förderung der Patenschaftsarbeit.

Rückfragen wegen des 25. Heimatkreistreffens beim Heimatkreisbearbeiter Paul Dallmann, Schlesierstraße 10, 38312 Ohrum, Fernruf (05337) 285, oder beim Landkreis Celle (05141) 916241.


Achtung wichtiger Hinweis!

Vernichten Sie bitte keine Fotografien oder andere Dokumente aus unserem Heimatkreis. Bitte stellen Sie das Material dem Heimatkreisarchiv in Celle zur Verfügung. Unterstützen Sie bitte die evangelischen Christengemeinden in Belgard und Schivelbein durch eine Spende an den Landkreis Celle, Sparkasse Celle (BLZ 257 500 01) Kto.-Nr. 3400, Buchungszeichen 4.00000.00031.





Das 50jährige Bestehen der Patenschaft zwischen
dem Landkreis Celle und dem Heimatkreis
Belgard-Schivelbein-(Bad Polzin) glanzvoll gefeiert

Von

Schöner und goldener hätte es nicht sein und verlaufen können - das 25. Heimatkreistreffen unseres Heimatkreises Belgard-Schivelbein, das wir von Freitag, dem 5., bis Sonntag, den 7. September 2003 in der schmucken Herzog- und Residenzstadt Celle feierten. Mochte die Heide auch nicht mehr blühen, in unser aller Herzen blühte um so mehr die Begeisterung über das bewegte und erlebnisreiche Heimattreffen, das der Landkreis Celle als Pate vorbildlich und in partnerschaftlicher Hingabe den ungefähr 600 (zahlenden) Teilnehmern bot. Die Glocke (Tonband) der Kirchengemeinde Lutzig im Kreis Belgard läutete am Sonntag in den Triftanlagen die Feierstunde ein - zugleich im Gedenken an den verstorbenen Oberkreisdirektor Dr. Axel Bruns - ein. Paul Dallmann, der nun schon 23 Jahre den Vorsitz im Heimatkreis führt, begrüßte besonders Landrat Klaus Wiswe als Patenvater; aber es war in aller Augen auch Freude und Dankbarkeit darüber zu lesen, daß der frühere Oberkreisdirektor Klaus Rathert und Ehrenlandrat Hubertus Bühmann, die in ihren Amtsjahren das Patenschaftsverhältnis gewogen und fördernd pflegten, an der Feierstunde teilnahmen. Weiter begrüßte Dallmann die Damen und Herren Mitglieder des Kreistags sowie den Vertreter der Stadt Celle, stellv. Bürgermeister Dr. Udo Hörstmann. Aus dem Kreise der Landsleute hieß Dallmann Landessuperintendent i. R. Karl Manzke und die Präsidentin des Pommerschen Kreis- und Städtetages, Frau Margrit Schlegel, Superintendent i. R. Martin Zitzke und den Celler Ortsvorsitzenden des BdV, Stadtvertreter Dieter Scholz besonders willkommen.

Landrat Wiswe hob in seinem Grußwort das enge freundschaftliche, ja herzliche Verhältnis hervor zwischen den früheren Einwohnern unseres Heimatkreises und dem Landkreis Celle und würdigte das Patenschaftsverhältnis. Die Patenschaftsurkunde, die vom 18. Oktober 1953 datiert, unterzeichneten Landrat Stolte und Oberkreisdirektor Dr. Axel Bruns, letzterer stammt aus Lutzig im Kreis Belgard. Dr. Bruns war es, der wesentlich zur Gründung beitrug, der dem Patenschaftsverhältnis von Anbeginn den nötigen Schwung gab, für das innere positive Verhältnis besonders auf Seiten des Patenkreises warb und dessen Verdienste um den Landkreis Celle bis zum heutigen Tage das Patenschaftsverhältnis überstrahlen ("Ich bin stolz und glücklich, im Geiste guter, alter preußischer Überlieferungen der erste Diener des Landkreises Celle gewesen zu sein!" so hatte er anläßlich seines 70. Geburtstages gesagt). Dann die erlösenden Worte des amtierenden Landrats, von allen sehnsüchtig erwartet - daß der Landkreis Celle auch über diesen Tag hinaus das Partnerschaftsverhältnis fördern und begleiten werde.

Margrit Schlegel sagte in ihrer festlichen Ansprache, den Patenkreis lobend, "hier tut man alles für Sie, damit Sie sich wie zu Hause fühlen". Auch heute seien unsere Heimattreffen von Bedeutung. Sie seien Ausdruck unserer Liebe und Treue zur unserer pommerschen Heimat, die wir, so sagte sie, im Herzen trügen. Heimat sei nicht nur das Land unserer Geburt, Heimat seien auch die Menschen, die hier lebten wie jene, die zu Hause in pommersche Erde ruhten. Zu aller Zeit führte das Schicksal die pommerschen Geschlechter über Höhen und durch Tiefen. Aus Sumpf und Urwald schufen unsere Vorfahren ein blühendes Bauernland, gründeten Dörfer und Städte - bis zur Vertreibung 1945 bis 1947 von 15 Millionen Deutscher aus ihrer angestammten Heimat. Die Feierstunde schloß mit dem Pommern- und Deutschlandlied, musikalisch umrahmt vom Posaunenchor Bergen, geleitet von Frau Hahne; der Chor hatte auch den Gesang im Gottesdienst begleitet. Landessuperintendent i. R. Karl Manzke, ein Bauernsohn aus dem Rügenwalder Amt in Pommern, hielt im Kreistagssaal eine stimmungsvolle nachdenkliche aufrüttelnde Predigt. Der Lesung legte er zugrunde das Markus-Evangelium 7, 31 bis 37 (Evangelium zum 7.9.2003, 12. Sonntag nach Trinitatis). Die Predigt war dem Psalm 103 gewidmet, so "Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume auf dem Felde; wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr. Die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, daß sie danach tun. (15- 18). Es war eine beeindruckende, im Wort prägnante Predigt eines überzeugenden Gottesmannes, der diesem Tage Glanz, inneren Frieden, Freude und Festlichkeit verlieh.

In der Jubiläums-Heimatkreisversammlung am Nachmittag, die das Klarinettentrio der Kreismusikschule Celle musikalisch umrahmte, sagte der Landrat herzliche Begrüßungsworte. Präsidentin Margrit Schlegel überreichte dem Landrat in Anerkennung und Würdigung seiner Verdienste um das Patenschaftsverhältnis die Ehrennadel in Gold der Pommerschen Landsmannschaft. Frau Angelika Esser, die die Sachen unseres Heimatkreises bearbeitet und unser Heimatkreismuseum mit Engagement und Liebe führt, erhielt die Ehrennadel in Silber verliehen. Paul Dallmann zog kurze Bilanz der Arbeit und des Ergebnisses 50jährigen Patenschaftsverhältnisses, inhaltlich so umfangreich, daß sie eines besonderen Beitrags würdig wäre.

Da ein größerer Kreis von Landsleuten schon Tage vorher das reizvolle Celle besuchte, boten bereits die Vortage ein Kurzprogramm, auch um den Kontakt der Landsleute untereinander zu fördern und ihnen das Gefühl des Geborgenseins zu geben. Im Kreistagssaal am Freitag hielten Dr. Harald Lutter und Manfred Pleger vor ungefähr 100 Teilnehmern Kurzvorträge über die Städte unseres Heimatkreises, das landschaftlich reizvolle Kurbad Bad Polzin (mit 127.000 Übernachtungen im Jahre 1938), über die Ordensstadt, die Stadt derer von Wedel, die brandenburgische Stadt Schivelbein (die großen Söhne dieser Stadt, Prof. Dr. Rudolf Virchow, und den Vizepräsidenten der Deutschen Reichsbank Otto von Glasenapp erwähnend) und über die Kreis-, ehemalige Hanse- und einstige Herzogstadt Belgard. Die Beiträge unterlegte Dieter Schimmelpfennig mit Bildern auf großer Leinwand. Am Sonnabend fand die traditionelle Städteführung statt, an der 40 Personen teilnahmen. Der Abend erfreute mit Musik- Tanz- und Gesangdarbietungen. Die Harmsbörger Speeldeel, bestehend aus Schifferklavier spielenden Jugendlichen und Kindern, geleitet von Johannes Lange, begeisterte mit schmissigen Weisen, professionell gespielt; der Höhepunkt bestand aus einem Glockenspiel, in klangvollen, mehrstimmigen Tönen, Heidschnuckglocken entlockt. Der Speeldeel folgte die Volkstanzgruppe Wohlde unter Leitung von Volker Ebel. Schwungvolle gekonnte Tänze, variiert in wechselnden Bildern, boten Anmut und Entzücken. Zu den Tänzern gehörten auch Kreisoberamtsrat Hartmut Stucke und dessen Ehefrau; beide hierzu sehen, war uns tiefe Freude. Wahre Begeisterung packte die Zuhörer über die herrlichen Gesangvorträge verzaubernder Stimmen mit dem krönenden Abschluß des Pommernliedes. Genußvoll. Schöner und stimmungsvoller hätte dieser Abend nicht ausklingen können! Dieter Schimmelpfennig präsentierte am Sonnabend und Sonntag das Internet unseres Heimatkreises, das bereits mehr als 1.000 Seiten umfaßt. In den nunmehr 36 Monaten, in denen das Internet besteht, "besuchten" dies 85.000 Personen. Am Tage benutzen durchschnittlich einhundert Interessierte aus aller Welt die Internetseiten. Der Andrang an Dieter Schimmelpfennigs Stand in Celle war derart groß, daß er die Welle des Interesses und die Zureichung neuen Materials kaum befriedigen bzw. bewältigen konnte. Dieter Schimmelpfennig ein herzliches Dankeschön! Er hat die Aufzeichnungen in Celle dank neuen Materials um viele Seiten vergrößern können. Die Heimatstube (Heimatkreismuseum) erfreute sich regen Besuchs. Barbara Haverland geb. Dumjahn, 2. Vorsitzende unseres Heimatkreises, nutzte die Tage zur Pflege intensiver Gespräche und neuer Kontakte; da ermutigt und immer wieder danach gefragt, sagte sie, daß sie vom 9. bis 17. Juni nächsten Jahres wieder mit dem Bus nach Belgard führe. Am Schluß des Abends trat das Trio Intonale auf mit Gisa Borchert-Schröder, Mezzosopran, und Andreas Meyerhof, Bariton (beide sind Angestellte unseres Patenkreises), musikalisch begleitet von Stefan Heinemann. Gerhard Brandenburg übergab unserem Heimatkreis den "Dritten Band des Ehrenbuchs Belgarder Bürgerschicksale 1939 bis 1950" mit dem Titel "Tragisches Geschehen 1939 -1950 in Belgard, Denzin und Roggow / Pommern". Das Buch wurde von Gerhard Brandenburg verfaßt und herausgegeben; es stellt (über die bisherigen zwei Bände hinaus) Bürgerschicksale dar und enthält zahlreiche Beiträge, auch mehrere persönliche Erlebnisberichte von ihm. Dem Verfasser und Herausgeber sei an dieser Stelle sehr herzlich gedankt, für die damit verbundene unendliche Mühe und die Finanzierung.

Wir wollen nicht schließen, ohne jene namentlich zu nennen, die der Patenschaft in hervorragender Weise in den vergangenen 50 Jahren dienten: Oberstadtdirektor Dr. Axel Bruns, Landrat Stolte, Oberkreisdirektor Klaus Rathert, Ehrenlandrat Hubertus Bühmann; heute Landrat Klaus Wiswe; die Amtsleiter und Sachbearbeiter des Landkreises Celle: Kreishauptsekretär Artur Ziburski, Kreisoberinspektor Joachim Kurz, Kreishauptsekretär Manfred Schössow, Kreisamtmann Hermann Holzbach; seit 1985 Kreisoberamtsrat Hartmut Stucke und Frau Angelika Esser. Auch der Heimatkreisausschußmitglieder wie der folgenden Heimatkreisausschußvorsitzenden sei hier dankbar gedacht: Bernd von Manteuffel, Wilhelm Beckmann, Otto Musolf; Max Dumjahn (1955-1970), Siegfried Gehrmann (1970-1980); Paul Dallmann seit 1980. Wir danken allen, die zum Gelingen dieser Patenschaftstreffen beitrugen; wir danken den Beamten und Angestellten der Kreisverwaltung, die in verschiedenen Funktionen, vorbereitend, im Bücherverkauf, in der Heimatstube und abbauend Dienst taten. Dank nicht zuletzt dem Personal in der Union. Besonders herzlich aber danken wir Kreisoberamtsrat Hartmut Stucke und Frau Angelika Esser; sie trugen mit Umsicht und viel Arbeit entscheidend zu den glanzvollen Tagen bei. Paul Dallmann grüßt alle Landsleute sehr herzlich und dankt allen Teilnehmern des Treffens, die Sie lange und beschwerliche Wege nicht scheuten. "Noch einmal dabei zu sein", aus dem Munde namentlicher alter Teilnehmer zu vernehmen, doch hoffend, wieder "noch einmal dabei sein zu können!" Ein herzlicher Gruß an alle Landsleute, die bisher viele, wenn nicht gar alle Heimattreffen besuchten und diesmal infolge Alters oder Krankheit nicht mehr dabeisein konnten - doch wehmütigen Herzens gedanklich in Celle weilten. Ihnen allen Gottes Segen, alles Gute!


[Dai Schulteknüppel Nr. 47, S. 16-21]