| 3. Belgard-Seminar 2000 Ost-Akademie Institut für Ost-West-Fragen an der Universität Lüneburg Herderstraße 1-11, 21335 Lüneburg Tel.: (0 41 31) 75 94-0 Fax: (0 41 31) 75 94-23 PROGRAMM für ein Seminar vom 6. bis 9 März 2000 in der Ost-Akademie Lüneburg |
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| Thema: Belgard / Bialogard: Deutsch-polnische Partnerschaft Leitung: Adalbert Lewandowski M.A., Ost-Akademie Lüneburg In Kooperation mit dem Freundeskreis Belgard und der Landkreisverwaltung Celle Die mehr als 1000 Jahre alte pommersche Stadt Belgard, die nach 1945 polnisch wurde und nun Bialogard heißt, feierte 1999 den 700. Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte; ein Teil der deutschen Bürger von einst nahm an diesen Feierlichkeiten teil. Der seit 1815 bestehende Kreis Belgard hatte als Gebietskörperschaft des preußischen bzw. deutschen Staates 1945 zu bestehen aufgehört. Als polnische Verwaltungseinheit hatte er noch eine Zeit Bestand, bis er von einer extrem zentralistisch orientierten Staatsmacht aufgelöst wurde. Doch 1999 wurde der Kreis im Rahmen der großen Verwaltungsreform neu geschaffen. Die Veranstaltung vermittelt Informationen über relevante historische, politische und gesellschaftliche Veränderungen im Raume Belgard. Sie soll die Voraussetzungen für eine kommunalpolitische Zusammenarbeit zwischen deutschen wie polnischen Bürgern und kommunalen Institutionen und damit zugleich Perspektiven für die Entwicklung einer europäisch geprägten Nachbarschaft erörtern. Sonntag, 05.03. 18.00 Uhr - Anreise der polnischen Teilnehmergruppe Möglichkeit der Anreise für die deutschen Teilnehmer 18.30 Uhr - Begrüßung, gemeinsames Abendessen Adalbert Lewandowski Montag, 06.03.
08.15 Uhr - Frühstück 09.00 bis 10.00 Uhr - Eröffnung, Vorstellung der Teilnehmer, erste Einführung in das Seminarthema Barbara Haverland, Dr. Harald Lutter, Manfred Pleger / Adalbert Lewandowski 10.00 bis 10.30 Uhr - Das föderative Staatssystem Deutschlands: Die Beziehungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen Adalbert Lewandowski (in polnischer Sprache) 11.00 bis 11.30 Uhr - Kaffeepause 11.30 bis 12.15 Uhr - Fortsetzung: Das föderative Staatssystem Deutschlands Adalbert Lewandowski (in polnischer Sprache) 12.30 Uhr - Mittagessen 14.00 bis 16.00 Uhr - Lüneburg, eine Stadt mit Tradition. Eine historisch orientierte Führung durch die Stadt Adalbert Lewandowski (in polnischer Sprache)
16.30 bis 18.00 Uhr - Offizielle Eröffnung. Begrüßung und Vorstellung der später eingetroffenen weiteren deutschen Teilnehmer, Vorstellung der Teilnehmer, Einführung in das Seminarthema, Anregungen und Fragen zum Programm Barbara Haverland, Dr. Harald Lutter, Manfred Pleger / Adalbert Lewandowski 18.00 Uhr - Abendessen 19.00 bis 20.30 Uhr - Die Gemeinschaft der einstigen Bürger Belgards: Der Heimatkreisausschuß (beim Kreis Celle, der 1953 die Patenschaft für die Bewohner der über ganz Deutschland verstreuten Bürger des alten deutschen Kreises Belgard übernommen hatte) und der Belgarder Freundeskreis Barbara Haverland / Moderation: Adalbert Lewandowski 20.30 Uhr - Gelegenheit zum gemütlichen Beisammensein Dienstag, 07.03. 08.00 Uhr - Frühstück 09.00 bis 10.30 Uhr - Die städtebauliche Entwicklung Belgards Manfred Pleger / Moderation: Adalbert Lewandowski 10.30 Uhr - Kaffeepause 11.00 bis 12.30 Uhr - Die Belgarder Stadtverwaltung von 1900 bis 1945: Aufgaben, Organisation, Leistungen Dr. Harald Lutter / Moderation: Adalbert Lewandowski 12.30 Uhr - Mittagessen 14.00 bis 15.00 Uhr - Die Stadtverwaltung Bialogard von 1945 bis 2000: Aufgaben, Organisation, Leistungen N.N., Stadtverwaltung Bialogard / Moderation: Adalbert Lewandowski 15.00 Uhr - Kaffeepause 15.30 bis 16.30 Uhr - Die Landkreisverwaltung in Belgard von 1872 bis 1945: Aufgaben, Organisation, Leistungen Dr. Harald Lutter / Moderation: Adalbert Lewandowski 16.30 bis 17.30 Uhr - Die Republik Polen nach der Verwaltungsreform von 1999: Die Beziehungen zwischen Staat, Wojewodschaften und Kommunen N.N., Kreisverwaltung Bialogard / Moderation: Adalbert Lewandowski 17.30 bis 18.30 Uhr - Die Landkreisverwaltung Bialogard heute: Aufgaben, Organisation und Erwartungen N.N., Kreisverwaltung Bialogard / Moderation: Adalbert Lewandowski 18.30 Uhr - Abendessen 20.00 Uhr - Gelegenheit zum gemütlichen Beisammensein Mittwoch, 08.03. 07.30 Uhr - Gemeinsames Frühstück (für beide Gruppen)
08.00 bis 9.30 Uhr - Fahrt mit dem Bus nach Celle Leitung: Barbara Haverland, Dr. Harald Lutter, Adalbert Lewandowski 09.30 Uhr - Empfang beim Landkreis Celle, Begrüßung durch den Landrat Klaus Wiswe Darstellung der Kreisverwaltung Celle (Aufgaben, Gliederung, Organisation) Kreisrat Probst, Hartmut Stucke, Schul-, Kultur- und Sportamt, Landkreis Celle 10.30 Uhr - Besichtigung des Heimatkreisarchivs Belgard-Schivelbein N.N. 11.30 Uhr - Rundgang durch die historische Altstadt von Celle N.N. 13.00 Uhr - Mittagessen 14.00 Uhr - Besichtigung der Berufsbildenden Schulen I (Wirtschaft und Verwaltung) und IV (Ernährung, Gastronomie, Landwirtschaft) 16.00 Uhr - Besuch im Albert-König-Museum Unterlüß (Kunstmuseum) 17.00 Uhr - Rückfahrt nach Lüneburg 19.00 Uhr - Gemeinsames Abendessen in der Ost-Akademie (für beide Teilnehmergruppen) 20.00 Uhr - Gelegenheit zum gemütlichen Beisammensein
09.30 bis 12.30 Uhr - Führung durch das Museum für das Fürstentum Lüneburg unter besonderer Behandlung der geschichtlichen Parallelen sowie der Beziehungen zum pommerschen Raum Dr. Eckhard Michael, Museum für das Fürstentum Lüneburg Moderation: Dr. Gerhard Doliesen, Ost-Akademie 12.30 Uhr - Mittagessen 14.00 bis 15.00 Uhr - Abriß der Geschichte der deutschen Sprache Manfred Pleger / Moderation: Dr. Gerhard Doliesen 15.00 Uhr - Kaffeepause 15.30 bis 17.30 Uhr - Das Pommersche Plattdeutsch: Zur geschichtlichen Entwicklung wie zur sozialen Funktion in Hinterpommern (mit Lesung verschiedener Texte) Leitung: Manfred Pleger / Moderation: Dr. Gerhard Doliesen 19.00 Uhr - Gemeinsames Abendessen in der Ost-Akademie (für beide Teilnehmergruppen 20.00 Uhr - Gelegenheit zum gemütlichen Beisammensein Donnerstag, 09.03.
08.15 Uhr - Frühstück 09.00 bis 10.30 Uhr - Bericht über die Partnerschaftsinitiative des Kreises Lüneburg mit dem Kreis Wongrowitz / Wagrowiec Ursula Heuer, Schul-, Kultur- und Sportamt, Landkreis Lüneburg Leitung: Adalbert Lewandowski 10.30 Uhr - Kaffeepause 11.00 bis 12.30 Uhr - Auswertung des Seminars und Schlußgespräch Barbara Haverland / Dr. Harald Lutter / Manfred Pleger / Adalbert Lewandowski 12.30 Uhr - Mittagessen Ende des Seminars nach dem Mittagessen
1. Im Abschlußgespräch am 9.3.2000 bestand Einigkeit, daß die am Ende des 2. Seminars beschlossene Einladung der heutigen polnischen Repräsentanten von Stadt und Kreis klug und richtig war. Alle waren über die unerwartet positive Entwicklung der Beziehungen überrascht und erfreut. Besonders die so offene und entgegenkommende Haltung des Landrates fand unseren Respekt. Die der alten kommunistischen Geschichtsklitterung verhafteten Anfangsausführungen des Bürgermeisters ("Wir sind in unser altes Land nach seiner Befreiung zurückgekehrt" ) sollten wir nicht so ernst nehmen. Da er auf meine Anmerkungen dazu auf eine Erwiderung verzichtet hatte und sich im weiteren Verlaufe des Seminars doch sehr offen und kooperativ gezeigt hatte, sollten wir diese Episode auf sich beruhen lassen. 2. Bei allen kam die Dankbarkeit gegenüber dem Landkreis Celle zum Ausdruck, der durch seine finanzielle und praktische Unterstützung erst die Einladung der Belgarder Offiziellen ermöglicht hatte. Auch der Ost-Akademie galt unser Dank und Respekt, insbesondere dem so tüchtigen Herrn Lewandowski. 3. Über die Absicht zur Fortsetzung unserer Arbeit bestand ebenfalls Einigkeit. Wir werden bei unserem Konzept bleiben, das von mir beim Essen in Celle formuliert wurde: Sich langsam kennenlernen (was in Lüneburg Fortschritte gemacht hatte!) und so eine Basis des Vertrauens schaffen, und dann gemeinsame Projekte ins Auge fassen. 4. Der Bericht für die Pommersche Zeitung ist geschrieben und abgesandt. Zugleich habe ich erneut gebeten, endlich die Pleger-Notiz über unsere Pfingstfahrt zu bringen. 5. Herren Strzalkowski habe ich nach Absprache mit Frau Haverland unser Dank für sein Engagement ausgesprochen und ihn auch wieder motiviert, in Sachen Heimatmuseum aktiv zu werden. 6. Zugleich habe ich ihm eine Kopie des Glückwunschschreibens aus Celle vom Januar 1999 geschickt, das er seiner Aussage nach nie zu Gesicht bekommen hatte. Wir werden abwarten müssen, ob und ggf. wie der Belgarder Landrat diesen Ball aufnimmt und nun nach dem erneuten dezenten Angebot zur Verwaltungshilfe und Kooperation nun seinerseits aktiv wird. Es wäre wohl gut, wenn Frau Haverland oder ich in den nächsten Wochen auch bei Herrn Stucke nachfragen. 7. Was unsere Pfingstfahrt anbelangt werden wir ebenfalls zunächst abzuwarten haben, wie der Landrat und neben ihm der Bürgermeister in Belgard auf unsere Angaben eingehen und ob sie auf uns zukommen. Als mögliche Termine für Gesprächs hatten wir den 9., 13. und 14.6. genannt. 8. Herr Baehr hatte am letzten Tage noch mit dem Landrat gesprochen und wohl vereinbart, daß er im Laufe des Jahres an der Berufsschule als Ausbilder tätig werden könnte. 9. Für November haben wir ein 4. Seminar angedacht. Ich bin mit Herrn Lewandowski und Herrn Pleger im Gespräch. Unter dem Etikett Regionalpolitik könnten wir uns mit Geographie, Landwirtschaft und Kultur des Landes Belgard befassen. Es wäre schön, wenn weitere von uns, wie etwa Herr Beilfuß oder die Familie Baehr etwas dazu beitragen könnten 10. Eine weitere Belgard Fahrt könnte irgendwann im Sommer mit einer Kutschfahrt im Planwagen verbunden werden, oder wir nehmen Räder im Bus mit (?!). Vielleicht gelingt es auch, ähnlich, wie es die Ostsee-Akademie tut, das 11. Der Heimatkreisausschuß war ein weiterer Gesprächspunkt. Es wurde bedauert, daß Herr Dallmann wegen seiner angegriffenen Gesundheit nicht 12. Ungeachtet dieser Überlegungen zu einer neuen Aktivierung des Heimatkreisausschusses waren sich alle einig, daß unser Freundeskreis als motorische Kraft beibehalten werden soll. Er betrachtet sich als aktiver Bestandteil des Heimatkreisausschusses, der diesen auch weiterhin mit tragen will, ähnlich wie der Freundeskreis Rarfin / Lülfitz und die anderen Gruppierungen. 13. Es bestand Einigkeit, den Freundeskreis als nicht eingetragenen Verein zu konstituieren. Dies soll schon allein darum geschehen, daß wir so Spenden einnehmen können. Denn es gibt wohl gebefreudige alte Belgarder/innen, die zwar nicht mehr die physische Kraft aufbringen, aktiv mitzumachen, die aber statt dessen dann einen finanziellen Beitrag leisten möchten. Frau Baehr hat sich (nach vorheriger Bereinigung alter Mißverständnisse) bereit erklärt, die Aufgabe des Kassiers zu übernehmen. [19.03.2000] |
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