6. Belgard-Seminar 2002

vom 08. - 09.08.2002 in Belgard / Bialogard
Mit dem Protokoll der 3. Mitgliederversammlung vom 19. Februar 2002 hatte ich u.a. zum nächsten Belgard-Seminar und über die angedachte deutsche Erinnerungsstätte auf dem Belgarder Friedhof berichtet. Zuerst dazu Neuigkeiten.

Landrat und Bürgermeister haben freundlicherweise nunmehr zu einem Bürgertreffen am 8. und 9. August 2002 nach Belgard eingeladen. Das Schreiben liegt in Kopie an. Das Programm geht zum Teil auf Anregungen ein, die wir zuletzt in Lüneburg gegeben haben. Wir betrachten es trotz anderer Etikettierung zugleich als unser 6. Belgard-Seminar.

Das Datum korrespondiert mit der Heimatfahrt, die Frau Haverland für diese Zeit organisiert hat. Daneben werden etliche von uns mit privaten PKWs anreisen. Es wäre schön, wenn noch andere dazu stoßen könnten, auch wenn ich Sie leider erst jetzt über die Einzelheiten unterrichten kann.

Die deutsche Gedenkstätte auf dem Friedhof hinter der Bahn ist fertiggestellt und kann anläßlich unserer Sommerfahrt eingeweiht werden. Wir haben darum gebeten, die Feier schlicht zu halten. Sie wird voraussichtlich von Herrn Bürgermeister Ciechanowicz eröffnet werden, der durch sein freundliches Entgegenkommen die Anlage des Lapidariums ermöglicht hat. Daneben sind wir Frau Haverland zu Dank verpflichtet, die durch ihr tatkräftiges Engagement für die gediegene und stilvolle Gestaltung gesorgt hat. Und der örtliche Steinmetz hat eine hervorragende Arbeit geliefert. Wer ein Bild von der fast fertigen Anlage sieht, wird sicher gerne noch sein Scherflein zur Restfinanzierung beitragen (Frau Baehr sieht entsprechenden Überweisungen - unter dem Stichwort "Friedhof" - gerne entgegen).

Unser Superintendent Zitzke wird die Anlage einsegnen. Nach einem gemeinsamen Lied (So nimm denn meine Hände) werden seitens des Vorstandes kurze Dank- und Erinnerungsworte folgen. Die offiziellen Ereignisse des Sommertreffens werden mit einem Abendmahl-Gottesdienst in der Marienkirche (!!) am Sonntagnachmittag abgeschlossen werden.

Wir freuen uns auf die vorgesehenen Ereignisse und auf die Gespräche am Rande des Besuches.

Wie am 18.02.2002 in Lüneburg beschlossen, werden wir jetzt die zum Aufbau des Heimatmuseums vorgesehenen 10.000 Zloty überweisen. Es hat leider länger gedauert als wir gedacht hatten, bis das Geld zusammen war. Wenn wir darum auf der Belgarder Seite der Glos Bialogardu als "Blindgänger" bezeichnet wurden, ist das zwar recht derb, doch sollte uns dieses dem Bürgermeister rausgerutschte Wort nicht zu sehr irritieren.



[08.07.2002]





Bialogard, den 25. Juni 2002


Sehr geehrte Damen und Herren, Freunde des alten Landes Belgard / Bialogard!

Unseren früheren Vereinbarungen gemäß, möchten wir Sie zum polnisch-deutschem Seminar einladen. Das Seminar wird gemeinsam durch Stadtamt und Landratsamt Bialogard im Konferenzsaal des Landratsamtes Bialogard am 8. und 9. August 2002 organisiert.

Wir freuen uns sehr auf nochmaliges Treffen mit Ihnen als Gästen in unserer Stadt.

Beiliegend senden wir ihnen das Programm des Treffens:



Programm des Treffens ehemaliger und
gegenwärtiger Bürger der Stadt Bialogard



Termin: 8. und 9. August 2002.

Konferenzort: Konferenzsaal Nr. 105 im Landratsamt Bialogard.



8. August 2002 (Donnerstag) 15.00 Uhr

1. Begrüßung der Gäste und eingeladener Personen
- Rede des Landrats des Kreises Bialogard
- Rede des Bürgermeisters der Stadt Bialogard

2. Stadt Bialogard und Umgebung bis 1945 (deutsche Vergangenheit) - deutscher Partner

3. Gesellschaftlich-wirtschaftliche Wandlungen in der Stadt Bialogard nach 1990 - Bürgermeister der Stadt

4. Aufsichten auf Entwicklung des Kreises Bialogard im Zusammenhang mit Beitritt Polens zur Europäischen Union - Vertreter des Landratsamtes

5. Ökumenische Bewegung in der katholischen Kirche nach 1945 - Vertreter der katholischen Kirche

6. Zusammenwirkung der Organe der Stadt und des Kreises auf Territorium des Landes von Bialogard - Vertreter der Organe der Stadt und des Kreises



9. August 2902 (Freitag) 15.00 Uhr

1. Gesellschaftliches Leben der Stadt in zwanzigsten und dreißigsten Jahren - deutscher Partner

2. Analyse und Auswertung der gesellschaftlichen Entwicklung der Stadt Bialogard - Bürgermeister der Stadt Bialogard

3. Analyse und Auswertung der gesellschaftlichen Entwicklung des Kreises - Landrat von Bialogard



10. August (Sonnabend) 14.00 Uhr

Einweihung des Denkmals zur Ehrung des Andenkens an Be.... [Text durch Abbildung verdeckt] alten Friedhof (Verlauf ist abzustimmen).


Bürgermeister der Stadt Bialogard

Mag. Stanislaw Ciechanowicz


Landrat des Kreises Bialogard

Mag. Stefan Strzalkowski





Das 6. Belgard-Seminar fand in der alten Heimat statt

Alte Tabus und Legenden werden allmählich abgebaut


Die deutsch-polnische Zusammenarbeit auf der unteren, der menschlichen Ebene, verläuft ohne nennenswerte Probleme. Das gilt für die Beziehungen der einstigen deutschen mit den heute polnischen Bürgern, wie mit den Behörden und den Kirchen (Plural!). So berichtet in einem eigenen Artikel Manfred Pleger über einen mit der katholischen Geistlichkeit erreichten Konsens; er ging so weit, daß wir in unserer Kirche wieder einen Abendmahl-Gottesdienst feiern konnten und daß auch katholische Geistliche an der feierlichen Einsegnung der deutschen Gedenkstätte auf dem Friedhof teilnahmen. Es ist eine erfreuliche Entwicklung.

So auch die Tatsache, daß das 6. Seminar der Freunde des Alten Landes Belgard am 8. und 9. August das erste Mal in der alten Heimat stattfand. Landrat und Bürgermeister hatten als Mitglieder unseres Freundeskreises die Veranstaltung ausgerichtet und dabei zur Demonstration deutsch-polnischer Zusammenarbeit gestaltet. Für uns deutsche Teilnehmer war es ein beglückendes Ereignis, im großen Sitzungssaal des alten Kreishauses zu tagen. Es war ein eindrucksvolles Geschehen, zumal als Ehrengäste der Vize-Marschall und der Kultur-Senator der Wojewodschaft mit anwesend waren. Die Beteiligung aus den Kreisen der heutigen Bürger war erstaunlich.

Die freundliche Eröffnung durch die Gastgeber ergänzte ich für den Freundeskreis mit dem Wunsche, daß das Seminar dazu beitragen möge, die bösen Lasten der Vergangenheit, die beide Nationen drücken, allmählich aufgearbeitet werden. Denn der Weg in das gemeinsame Europa sei nur möglich, wenn zugleich die alten Legenden und Geschichtslügen abgebaut würden, die teilweise immer noch unsere Beziehungen stören .... wie die Mär von den Wiedergewonnenen polnischen Gebieten. In diesem Sinne zeigte das von ihm dargebotene erste Referat die Entwicklung der Stadt Belgard auf. Einleitend stellte er fest, daß das heutige Bialogard eine polnische Stadt geworden sei und auch bleiben werde. Es gebe da keine Unklarheiten mehr, selbst wenn diese Erkenntnis immer noch Schmerzen bereite.

Im Leben der Stadt unterschied der Vortragende drei Epochen: Die nach Abwandern der Germanen frühe slawisch-pomoranische Zeit von etwa 700 bis 1300, danach die deutsche Zeit von 1300 bis 1945 und die jetzige polnische Zeit ab 1945.

Bei der ersten Epoche wurden die polnischen Expansionsbemühungen nach Norden dargestellt, die immer nur zu kurzfristigen Erfolgen, aber nie zu einer gefestigten polnischen Herrschaft geführt hatten. Zum Schutze gegen die wiederholten Angriffe näherte sich das pomoranische Herzogshaus Deutschland an und ging schließlich aus eigenem Willen in ihm auf. Aus den ins Land geholten niederdeutschen Siedlern und den Pomoranen bildete sich im Laufe der Zeit ein deutscher Neustamm: die Pommern. Die dabei aufgetretenen kulturellen und sprachlichen Probleme wurden aufgezeigt und die integrierende Rolle der Kirche hervorgehoben.

Neu und erstaunlich waren für manche die Hinweise auf das trotz allem zu verzeichnende Fortwirken des pomoranisch-slawischen Elements in Stadt und Land. So nannten sich die Herzöge weiterhin stolz "Fürsten der Slawen", was später auch der preußische König tat. Das Herzogshaus wie auch der eingesessene Landadel blieben bei ihren traditionellen Namen. Dieser Adel, wie er aus den einstigen pomoranischen Dienstleuten erwachsen war, behielt seine alte Führungsrolle weiterhin bei; so auch die Familien von Kleist und von Puttkamer als Herrn des Belgarder Umlandes. In den Akten der Stadt finden wir bis in die frühe Neuzeit viele eindeutig slawische Namen, auch als Bürgermeister. All das zeigt, daß auch nach der Deutschwerdung Pomoraniens der vorherige slawische Charakter des Landes durchaus nicht ausgelöscht wurde.

Die weitere Geschichte der Stadt ist bekannt, das Referat muß insoweit hier nicht wiedergegeben werden. Die deutsche Epoche der Stadt endete mit der Vertreibung des letzten deutschen Bürgermeisters im Sommer 1945, des Zahnarztes Dr. Rudolf, der als Antifaschist im März vom sowjetischen Ortskommandanten eingesetzt worden war.

Das nächste Referat war den Ergebnissen der archäologischen Ausgrabungen auf dem Marktplatz gewidmet. Man war den Spuren der früher dort stehenden Rathäuser nachgegangen, ohne allerdings große neue Erkenntnisse gewonnen zu haben. Nach Ausführungen über die Schwierigkeiten der Katholischen Kirche im Pommern der Wilhelminischen Zeit befaßte sich der örtliche Pfarrer Wilk mit dem sozialen Bewußtsein im heutigen Polen. Mit deutlichen Worten schilderte er die Zerstörung jeden Aufkommens eines lokalen Gemeinsinns in der Zeit der kommunistischen Herrschaft. Inzwischen ist aber nach seinen Worten auch durch die gute Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Behörden und der (katholischen) Kirche ein langsames Wachsen verantwortungsbewußten Bürgersinnes zu verzeichnen. Es war eine herbe Kritik an der damaligen politischen Führung auch in Belgard. Einer der damals (wie auch heute noch) Verantwortlichen war anwesend; er verzog keine Miene. Eine Diskussion kam nicht auf.

Der zweite Seminartag begann wieder mit einem Referat der deutschen Seite: Mit meinen Ausführungen über das gesellschaftliche Leben der Stadt in den 20er und 30er Jahren. Ausgehend von alten Adreßbüchern sprach ich über die wichtigsten der mindestens 170 Vereine, die 1929 in der Stadt bestanden. Aber nach Zerschlagung der Demokratie durch die Nationalsozialisten wurde auch die bürgerliche Gesellschaft gleichgeschaltet. Alle den neuen Machthabern nicht genehmen Gruppierungen wurden entweder aufgelöst oder in die NS-Bewegung überführt. So bestanden 1934 nur noch 82 eigenständige Vereine und schließlich 1937 von den einst 170 Vereinen noch bloße 56! Mein kritischer Blick in eine versunkene Welt endete 1945. Es war so etwas wie gesellschaftspolitische Archäologie.

Seitens der Stadt folgte ein detaillierter Rechenschaftsbericht über die Investitionen seit 1990, als die russischen Truppen begannen, sich aus Belgard zurückzuziehen. Über den Kreis erhielten wir ins einzelne gehende Informationen zur Familienfürsorge. Erschreckend waren die angegebenen Zahlen zur Arbeitslosigkeit; sie liegt zwischen 20 und 36,8 Prozent. Erstaunlich erschien es uns auch, daß der Landrat angab, daß sein Kreis im Ranking innerhalb ganz Polens auf Platz 8 sämtlicher Landkreise stünde! Und der Vize-Marschall erklärte gar am ersten Tage des Seminars, daß die Wojewodschaft sämtliche Kriterien für die Aufnahme in die EU erfülle.

Der Zustand der Stadt hat sich weiter verschlechtert. Stadt- und Kreisverwaltung ist es bislang leider nicht gelungen, diesen Prozeß aufzuhalten. Im Oktober finden wieder Kommunalwahlen statt: Listenwahl im Kreis, wo dann der Kreistag den Landrat wählen wird. Persönlichkeitswahl für das Amt des Bürgermeisters in der Stadt. Mehrere Kandidaten sind dort im Gespräch. Sollte die Wahlbeteiligung wieder unter 50 Prozent liegen, ist der Ausgang sehr ungewiß. Auch wir sind auf das Ergebnis neugierig, das aber wohl erst nach einer Stichwahl im November feststehen dürfte. Es wird seine Auswirkungen auch auf die Beziehungen zu den einstigen Bürgern der Stadt haben.



[05.09.2002]

[Uns leiw Doerper.... Nr. 45, S. 40-41]





Bericht über unser 6. Belgard-Seminar vom 8. bis 9. August 2002
und die Einweihung der Gedenkstätte auf dem Friedhof


Unser diesjähriger Belgard-Besuch liegt hinter uns: Gut zehn von uns im eigenen PKW und die Teilnehmer der von Frau Haverland organisierten Busreise waren wieder in der alten Heimat. Unser Besuch hatte zwei besondere Höhepunkte: Die feierliche Einweihung unserer Gedenkstätte auf dem Friedhof und unser Seminar. Für die von Ihnen, die nicht dabei sein konnten, berichte ich kurz chronologisch über das Wichtigste.

Unser nunmehr schon 6. Heimat-Seminar fand das erste Mal in Belgard statt. Dies war für die deutschen Teilnehmer ein besonderes Ereignis. Wir tagten im großen Sitzungssaal des Kreishauses. Die von Herrn Landrat Strzalkowski und Herrn Bürgermeister Ciechanowicz gemeinsam organisierte Veranstaltung war ein eindrucksvolles Geschehen. Als Gäste waren der Vize-Marschall und der Kultur-Senator der Wojewodschaft mit anwesend.

Nach meinem einführenden Referat über die deutsche Vergangenheit der Stadt wurde kurz über die Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen auf dem Marktplatz berichtet, bei den Spuren der früher dort stehenden Rathäuser nachgegangen worden war. Nach Ausführungen über die Situation der Katholischen Kirche in der Wilhelminischen Zeit befaßte sich Pfarrer Wilk mit dem Sozialen Bewußtsein im heutigen Polen: nach der Zerstörung jeden lokalen Gemeinsinns in der Zeit der kommunistischen Herrschaft. Nach seinen Worten sei in der Stadt durch die gute Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Behörden und der Kirche ein langsames Wachsen verantwortungsbewußten Bürgersinnes zu verzeichnen.

Am zweiten Tage sprach ich über das gesellschaftliche Leben der Vereine in den 20er und 30er Jahren; es war ein kritischer Blick in eine versunkene Vergangenheit. Seitens der Stadt folgte ein detaillierter Rechenschaftsbericht über die Investitionen seit 1990, als die russischen Truppen begannen sich aus Belgard zurückzuziehen. Über den Kreis erhielten wir ins einzelne gehende Informationen zur Familienfürsorge. Erschreckend waren die angegebenen Zahlen zur Arbeitslosigkeit; sie liegen zwischen 20 und 36,8 Prozent. Erstaunlich erschien es uns auch, daß Landrat angab, daß sein Kreis im Ranking innerhalb ganz Polens auf Platz 8 sämtlicher Landkreise stünde! Ergänzend erklärte der Vize-Marschall bereits am ersten Tage des Seminars, daß die Wojewodschaft sämtliche Kriterien für die Aufnahme in die EU erfülle. Die Referate des Seminars sollen demnächst gedruckt erscheinen (auf Polnisch).

Für Sonnabendvormittag hatte uns der Bürgermeister in das Kulturhaus (= ehem. Kleist-Retzow-Stift) zur Repräsentation einer kleinen Ausstellung eingeladen, in der einige Stiche, Karten und Urkunden betreffend Pommern gezeigt wurden.

Am Nachmittag konnten wir auf dem Friedhof an der Bahn die Gedenkstätte für die Toten des alten Landes Belgard einweihen. Die Feierlichkeit wurde von Herrn Bürgermeister Ciechanowicz mit liebenswürdigen Worten eröffnet, wobei er sich auch für die von uns überwiesenen Gelder für das Heimatmuseum bedankte. Unser verehrter Pastor Zitzke, Superintendent i.R., nahm die würdig gestaltete Anlage für uns entgegen. Unsere Lieder begleiteten die kleine Zeremonie, an der auch zwei Vertreter des Probstes der Marienkirche teilnahmen. Frau Haverland sprach in ihren Dankesworten auch den Landrat an, der durch sein Engagement die Sache erst auf den Weg gebracht hatte. Wir sind glücklich, nun eine Stätte zu haben, an der wir unserer Toten gedenken können. Die Stadt hat ihr Versprechen vom letzten Seminar in Lüneburg wahr gemacht, wofür wir auch schriftlich unseren Dank und unseren Respekt ausgesprochen haben. Gewisse zwischenzeitlich aufgetauchte Differenzen wegen der exakten Plazierung der Bodenplatte dürften nach der feierlichen Einweihung der Anlage und förmlichen Übergabe durch den Herrn Bürgermeister gegenstandslos geworden sein. Unserer Frau Haverland gebührt für ihren Einsatz in dieser Sache ein ganz besonderer Dank!

Am Sonntag hatten wir die Freude, in unserer Marienkirche einen evangelischen Abendmahl-Gottesdienst zu feiern. Manfred Pleger wird in der Pommerschen Zeitung hierüber wie auch über die Friedhofsfeierlichkeiten ausführlicher schreiben. Die Medien hatten über unser Seminar wie über die Eröffnung unsrer Grabstätte berichtet. Wir bemühen uns um die Aufnahmen.

Der Landrat sprach uns wegen der Storchen-Kolonie in Lenzen an; man arbeite dort an einem besonderen Förderungs- und Schutzprogramm. Er bat um Auskunft über entsprechende Maßnahmen zu unserer Zeit.

Der Zustand der Stadt hat sich weiter verschlechtert. Der Unterschied beispielsweise zu Schiveibein ist erstaunlich. Der Marktplatz ist mit Sand bedeckt, nachdem die Ausgrabungen beendet sind. Der Altbau hinter dem Alten Rathaus ist abgerissen. Zum Thema Heimatmuseum haben wir keine neuen Informationen.

Im Oktober finden Kommunalwahlen statt: Listenwahl im Kreis, wo dann der Kreistag den Landrat wählen wird; Persönlichkeitswahl für das Amt des Bürgermeisters in der Stadt. Vier Kandidaten sind im Gespräch. Bei der bislang geringen Wahlbeteiligung von rund 50 Prozent ist der Ausgang recht ungewiß.

Im Internet werden Sie entdeckt haben, daß unser Freund Dieter Schimmelpfennig wieder neues Material anbietet. Wir sind froh über seine Aktivität und empfehlen, seine Angebote zu nutzen.

Unser nächstes, das dann schon 7. Seminar werden wir wohl im Frühjahr im ländlichen Bereich abhalten; Manfred Pleger will uns ein passendes Quartier suchen, so daß wir in kommodem Rahmen und ganz unter uns erholsames Beisammensein und ernsthafte Diskussionen miteinander verbinden können. Hätten Sie Themenvorschläge? Zugleich wird dann unsere förmliche Mitgliederversammlung anstehen, verbunden mit Neuwahlen.

Unser Mitgliederstand hat sich weiter erhöht. [....] Und: Zahlenmäßig sind wir erheblich stärker als die Körliner Heimatfreunde, doch deren Aktivitäten gehen weiter als die unseren. Denken wir nur an deren außerordentlich gutes Ortsblatt! Ein Anlaß für uns zum Nachdenken.



[06.10.2002]