| 3. Mitgliederversammlung vom 19. Februar 2002 des Vereins "Freund des Alten Landes Belgard" |
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| Aus der Einladung zur Mitgliederversammlung: Diese Themen stehen an: 1. Tätigkeitsbericht 2. Finanzbericht 3. Friedhofssituation in Belgard 4. Möglichkeiten einer Zusammenarbeit Freundeskreis / Stadt und Kreis Bialogard 5. Pommerntreffen am 10.05.2002 in Erfurt 6. Heimatfahrten im Sommer 2002 7. Das 6. Belgard-Seminar im August in Belgard 8. Verschiedenes Vorbereitend dazu kann ich schon dieses berichten: zu 1. Tätigkeitsbericht: Insoweit verweise ich auf den schriftlichen Bericht vom 10.08.2001 für die vorige Versammlung in Celle mit den Ausführungen zum Projekt Altes Rathaus und zur Altstadt-Stiftung sowie zu den Überlegungen für ein Lapidarium und den Gedanken über das nächste Seminar wie auch über eine mögliche gemeinsame Pressearbeit. Zu 2. Finanzbericht: Frau Baehr wird Konkretes über unsere finanzielle Situation berichten. Wir haben danach z.Z. 21 persönliche Mitglieder, die ihren Beitrag (Danke!) entrichtet haben plus Bürgermeister und Landrat in Belgard, die dem Verein von amtswegen angehören. Auf die Spendenaufrufe (ca. 80 Schreiben an die Teilnehmer unserer Seminare und Reisen sowie das in Celle auf dem Heimatkreistreffen verteilte Papier) haben wir bislang nur zwölf Einzelspenden erhalten. Der Erfolg eines in diesen Tagen herausgegangenen Schreibens an ca. 100 weitere Adressen wird abzuwarten sein. Nur bei ausreichenden Zahlungseingängen werden wir imstande sein, die Bemühungen von Stadt und Kreis in Belgard auch finanziell zu unterstützen. Zu 3. Friedhofssituation in Belgard: Nachdem Herr Landrat Strzalkowski als erster in dankenswerter Weise die noch vorhandenen Grabplatten und -steine aus deutscher Zeit auf unserem letzten Seminar angesprochen hatte, hat auch Herr Bürgermeister Ciechanowicz sein grundsätzliches Einverständnis gegeben, diese Relikte auf den Friedhöfen in würdiger Weise zusammenzulegen und so ein Lapidarium zu schaffen. Der Landrat hat uns als Platz hierfür ein Geländestück auf dem einstigen Friedhof hinter der Kaserne an der Körlinerstraße angeboten, wo sich das Sowjetische Ehrenmal befindet; der Bürgermeister hat für uns drei zusammen liegende Grabstellen auf dem Friedhof an der Bahn reserviert, an dem alten Holzkreuz, inmitten der anderen, jetzt polnischen Gräber. Der erste Vorschlag ermöglicht eine großzügige Anlage, liegt jedoch sehr im Abseits. Die andere Lösung bedeutet zwar eine räumliche Beschränkung, hat jedoch den Vorteil, näher an der Innenstadt und vor allem innerhalb eines genutzten Friedhofs zu liegen. Wir neigen im Vorstand diesem Gedanken zu. Für Ihre Meinung waren wir Ihnen dankbar; sollten Sie verhindert sein, nach Lüneburg zu kommen, dann lassen Sie uns bitte trotzdem Ihre Sicht der Dinge zukommen! Wir hoffen, noch im Frühjahr eine Entscheidung und schließlich die Verwirklichung unserer Vorstellungen zu erreichen. Dazu gehören auch die Frage, welche Steine verwendet und wie sie plaziert werden sowie die Anbringung einer Erinnerungstafel. All das setzt jedoch voraus, daß wir für die Bezahlung der zwangsläufig anfallenden Kosten hinreichend Mittel zur Verfügung haben werden. Zu 4. Möglichkeiten der Zusammenarbeit Freundeskreis / Stadt und Kreis Bialogard: Hier erbitten wir Vorschläge und Anregungen, was insoweit von uns neben den bereits sich anbahnenden Entwicklungen gebracht werden könnte! Also neben einer Unterstützung des Neuaufbaues von Altem Rathaus und Heimatmuseum, neben schulischen Kontakten und neben einer Zusammenarbeit mit der örtlichen Presse. Unseren polnischen Freunden wären wir hier besonders für ihre Stellungnahme dankbar. Zu 5. Pommerntreffen am 10.05. 2002 in Erfurt: Wir bzw. der Heimatkreis wurden um aktive Teilnahme gebeten. Zu 6. Heimatfahrten im Sommer 2002: Herr Pleger bereitet für Ende Mai eine Busfahrt nach Pommern und Ostpreußen sowie Danzig vor. Frau Haverland wird voraussichtlich für Mitte August wieder zu einer Reise nach Belgard einladen. Zu 7. Belgard-Seminar: Das übernächste (= 6.) Seminar soll nach den Vorgesprächen mit Landrat und Bürgermeister in Belgard stattfinden, voraussichtlich im August, so daß auch die Teilnehmer an der von Frau Haverland geplanten Busreise (s.o.) dabei sein können. Einzelheiten (bis hin zu Tagungsort und Unterbringung) müssen noch geklärt werden. Auch diesmal soll das Seminar das Verständnis zwischen den einstigen und den heutigen Bürgern von Stadt und Umland zu vertiefen helfen und wendet sich so besonders an die heutige Bevölkerung der Stadt. Diese Themen (auch für die weiteren Seminare) werden erwogen: Örtliche und regionale Selbstverwaltung in Theorie und Praxis: Einst und jetzt. Bauleitplanung für Belgard: Einst und jetzt. Die Stadt unter nationalsozialistischer und unter kommunistischer Diktatur. Die Kirche in Belgard unter nationalsozialistischer und unter kommunistischer Diktatur. Das gesellschaftliche Leben der Stadt: Einst und jetzt. Innerhalb dieser Themenkomplexe wäre es sicher von Interesse, einzelne Teilbereiche später aufzugreifen und vertieft zu behandeln. Für solche und auch sonstige weitere Vorschläge wären wir dankbar. Es wäre schön, möglichst viele von Ihnen wieder begrüßen und dann im Rahmen des Seminars in Ruhe miteinander reden zu können. Und Sie kennen ja die angenehme Atmosphäre, die die Ost-Akademie mit Herrn [04.12.2001] Die Mitgliederversammlung fand am 19. und 20.2.2002 in der Ost-Akademie in Lüneburg statt und wurde am 19.2.2002 um 20:30 Uhr eröffnet. Von 1. Tätigkeitsbericht Frau Haverland und Herr Lutter berichten in der gebotenen Kürze über die weitgehend bekannten Vorgänge des letzten Jahres nach unserer letzten Versammlung am 25.08.2001 in Celle. 2. Finanzbericht Frau Baehr berichtet, daß der Kassenstand zum Tage 3. Friedhofssituation in Belgard Nach intensiver Diskussion der verschiedenen Aspekte wurde Einigkeit erzielt, die Gedächtnisstätte für die Verstorbenen des alten Belgarder Kirchspiels am Alten Friedhof einzurichten, weil dort eine bessere Einbindung in das städtische Leben vorhanden ist. Von der Stadt werden nach wie vor die drei Begräbnisplätze hinter unserem alten Kreuz zur Verfügung gestellt. Es sei Sache des Freundeskreises darüber zu entscheiden, welche der noch vorhandenen Grabsteine und -platten auf diesem Fleck bewahrt und mit einer zusätzlichen Gedenktafel versehen werden sollen. Die Stadt wird nach Aussage von Herrn Ciechanowicz und Herrn Swirko den genannten Platz kostenlos bereitstellen und die Gedenkstätte später auch in ihre Obhut nehmen. Frau Haverland wird im April mit Begleitung nach Belgard reisen und nach und Gartenarbeiten ein Kostenvoranschlag ausgearbeitet. Diese Kosten sollen von uns übernommen werden. Frau Haverland geht davon aus, daß sie die hierfür nötigen Mittel durch eine besondere Spendenaktion einwerben kann; die vorhandenen Mittel des Freundeskreises werden also dafür nicht eingesetzt. Die Versammlung ermächtigt den Vorstand, die in der Sache anstehenden Entscheidungen zu treffen und auch den Text für die Gedenktafel festzulegen; insoweit ist letzter Stand der internen Diskussion: Zum Gedenken der Toten des Landes Belgard, die (hier??) in Gottes Erde ruhen. Der Bezug auf das Land Belgard" empfiehlt sich, weil in Belgard Tote aus dem gesamten Kirchspiel ruhen. 4. Möglichkeiten der Zusammenarbeit Freundeskreis / Stadt und Kreis Bialogard a) Die Kontakte mit dem Lyceum (= das alte Gymnasium) seitens Herrn Lutter und der Berufsschule ( = frühere Hindenburg-Schule ) seitens Herrn Baehr werden kurz angesprochen. Ein Antwortschreiben wegen eines neuen Arbeitsbesuches Herrn Lutters sei in Vorbereitung. b) Was die Zusammenarbeit mit der örtlichen Presse anbelangt, weist Herr Ciechanowicz darauf hin, daß die von Herrn Lutter übersandten Artikel in der Kösliner Stimme" wegen des beschränkten Platzes nicht übernommen werden könnten. Im Belgarder" war Herrn Lutters Artikel aus der Pommerschen Zeitung Wie aus Belgard ein Bialogard wurde" in drei Folgen vollständig übersetzt wiedergegeben worden. Stadt und Kreis werden bei ihren Pressepartnern Berichte über das Seminar sowie über diese Versammlung des Freundeskreises veranlassen. c) Auf Anregung von Herrn Swirko wird Herr Schimmelpfennig mit dem Internet-Cafe in Belgard Kontakt aufnehmen, um eine Verbindung mit seinen Seiten im Internet zu erreichen. d) Die Stadt ist weiterhin bemüht, im Vorgriff auf das wieder zu errichtende Heimatmuseum die entfernten Exponate aus Köslin und Stettin zurückzuführen, diese zu restaurieren und auch neue zu erwerben. Herr Swirko bittet zu erwägen, ob die von uns bislang gesammelten Spenden nicht auch dafür verwendet werden könnte; dann käme das Geld allen zugute. Bürgermeister und Landrat schließen sich dem an. Die Versammlung greift den Gedanken auf und beschließt, das angesammelte Geld in einer runden Summe von e) Bürgermeister Ciechanowicz berichtet, daß die Stadt für dieses Jahr wiederum t) Herr Lutter wirft unter Bezug auf sein Referat betreffend das Pommersche Identitätsgefühl die Frage auf, ob von polnischer und deutscher Seite aus eine regionale Zusammenarbeit der einzelnen örtlichen Gruppen erreicht werden könne. Er verweist auf den Pommerschen Kreis- und Städtetag auf der einen und auf den Zweckverband der polnischen Gemeinden und Kreise im Rahmen der Euroregion Pomerania auf der anderen Seite. Herr Lutter regt an, unter Betreuung durch die einschlägig renommierte Ost-Akademie eine Einbindung in die diversen Aktivitäten der Euro-Region anzustreben und dabei vielleicht auch Anträge von Stadt und Kreise auf europäische Investivmittel zu unterstützen sowie Fortbildungsveranstaltungen anzubieten. Herr Landrat Strzalkowski greift das auf und sagt zu, an Herrn Dr. Lewandowski Unterlagen über konkrete Umweltschutz-Projekte vorzulegen. Herr Bürgermeister Ciechanowicz weist darauf hin, daß die Stadt bereits mit Binz auf Rügen einen Partner innerhalb der neuen Region besitze, um mit dessen ( zumindest formaler) Begleitung an Phare-Mittel heranzukommen. 5. Pommerntreffen am 10.05.2002 in Erfurt Frau Haverland berichtet über die hierfür angefallenen Vorarbeiten. Sie bittet Herrn Bürgermeister um ein Bild von Präsidenten Kwasniewski, der dort als Kind" Belgards mit präsentiert werden könnte. 6. Heimatfahrten im Sommer 2002 Herrn Plegers Busfahrt nach Pommern für Ende Mai sowie die von Frau Haverland Mitte August nach Belgard werden angesprochen. 7. Belgard-Seminar Das nächste (= 6.) Seminar soll am 8. und 9. August 2002 in Belgard stattfinden, also Donnerstag und Freitag jeweils von 15 bis 19 Uhr. Dabei soll die Rolle der Evangelischen und der Katholischen Kirche in Belgard auch unter nationalsozialistischer und unter kommunistischer Diktatur angesprochen werden, sowie das gesellschaftliche Leben der Stadt einst und jetzt. Als deutsche Teilnehmer kommen vor allem die Mitglieder der Reisegruppe Haverland in Betracht; insbesondere aber soll diese Veranstaltung die heutige Bevölkerung Belgards ansprechen. Bürgermeister und Landrat wollen für eine rege Beteiligung sorgen. 8. Verschiedenes Herr Rosin bittet zu erwägen, ob für den Freundeskreis nicht ein eigenes Informationsblatt geschaffen werden könne. Herr Pleger erklärt sich bereit, Mitteilungen von uns vorübergehend in den Denziner Heimatbrief zu übernehmen. Als Entgelt erwarte man nur eine kleine Spende zur Deckung der Unkosten. Die Fortsetzung der Versammlung vom Vortag stellte am Mittwoch zugleich den Abschluß des Seminars dar. Bürgermeister und Landrat bedankten sich für unsere erneute Initiative und überreichten Geschenke. Der Landrat informierte am Ende auch kurz darüber, daß der Kreis ein neues Wappen habe und zeigte kurz eine Kopie. Bei der Abreise fand ich ein Exemplar auf dem Tische liegend. Es war eine Zeichnung, die unseren Greif mit einem Bischofsstab zeigt, über dessen Kopf die polnische Königskrone schwebt. Diese heraldisch und historisch unkorrekte Darstellung hat andere Teilnehmer wie auch mich so stark beunruhigt, daß wir das anliegende Schreiben an den Landrat abgesandt haben. Auch wenn Körlin gut hundert Jahre zum Bistumsland gehörte, sollte man nicht den ganzen Kreis auf diese Weise umtaufen und ihn unter eine polnische Krone bringen, die jeweils nur kurze Zeit sich das Land tributpflichtig machen, es aber nie sich einverleiben konnte. Dieser Umgang mit der Geschichte paßt nicht in die heutige politische Landschaft. Freunde des Alten Landes Belgard/Bialogard Herrn Landrat Stefan Strzalkowski Bialogard Eine Nachfrage zum Wappen des Kreises Sehr geehrter Herr Strzalkowski, eine Situation am Ende unseres Seminars in Lüneburg klingt immer noch in mir nach: Sie hatten da ganz zum Schluß erwähnt, daß der Kreis inzwischen ein neues, auch genehmigtes Wappen habe und eine entsprechende Kopie kurz hochgehalten. Ich konnte aus der Entfernung nur erkennen, daß da der alte Greif war, der so etwas wie einen Stock in den Klauen hatte. Erst als ich zuhause nach einiger Zeit meine Unterlagen auspackte und zwischen den Papieren eine mir zugesteckte Kopie des Wappens sah, erkannte ich, was da geschehen war: Unser alter Greif stützt sich auf einen Bischofsstab und hat eine polnische Königskrone über seinem Haupt schweben! Das alte Wappen der Region wurde mit dem Anschein heraldischer Korrektheit so verwandelt, wie wenn es historisch wäre. Und das, obwohl auch Sie wissen, das beides nicht der Fall ist. Das hat mich sehr getroffen. Doch um mögliche Mißverständnisse vielleicht ausräumen zu können, bitte ich Sie höflich um Ihre Erläuterung des Vorgefallenen: Ist dieses Wappen so vom Kreistag beschlossen? Hat die Aufsichtsbehörde das neue Wappen förmlich genehmigt? Was ist die heraldische Begründung der vorgenommenen Veränderungen? Wegen der Bedeutung, die diese Frage für uns als einstige Angehörige des deutschen Landkreises hat, bitte ich Sie, sehr geschätzter Herr Strzalkowski, um eine baldige Beantwortung meiner Fragen! Mit freundlichen Grüßen Ihr |
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