| 5. Mitgliederversammlung vom 24. Februar 2004 des Vereins "Freund des Alten Landes Belgard" |
|||||
| Hiermit lade ich Sie im Auftrage des Vorstandes
zur nächsten Mitgliederversammlung am Dienstag, den 24.02.2004 um 20
Uhr im Kaminzimmer der Ost-Akademie freundlichst ein. Diese Tagesordnung ist vorgesehen: 1. Eröffnung 2. Beschlußfassung über die vorgelegte Tagesordnung 3. Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden 4. Bericht zur Finanzlage 5. Neue Aktivitäten 6. Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Stadt und Kreis Bialogard 7. Seminar-Arbeit 8. Die Arbeit des Pommerschen Kreis- und Städtetages und unseres Heimatkreisausschusses 9. Heimatfahrten im Sommer 2004 10. Verschiedenes Wir freuen uns auf die Gespräche, auch über das Jubiläumstreffen in Celle. Das erhoffte kleine Treffen unseres Freundeskreises ließ sich leider nicht verwirklichen. Manfred Pleger hat in der Pommerschen Zeitung und in der Denziner Postille ausführlich über Celle berichtet. Wir sind ihm dafür dankbar und auch dafür, daß uns bis auf weiteres sein Dorfbrief als Informationsblatt zur Verfügung steht. Im Internet hat sich auch wieder einiges getan. Unser Dieter Schimmelpfennig leistet da Gewaltiges. In Celle haben das ja viele bewundern können. Wer die Gelegenheit hat, sollte es nicht versäumen, immer wieder mal einen Blick auf den Bildschirm unter www.belgard.org zu werfen. Bilder von einem jungen Polen finden sich auch unter www.belgard.akcja.pl. [09.12.2003] Wieder liegen ein Belgard-Seminar sowie die Mitgliederversammlung hinter uns. Beide Veranstaltungen waren mit Überraschungen verbunden. Lassen Sie mich dazu berichten: Die Mitgliederversammlung fand am 24. und 26.02.2004 an der Ost-Akademie in Lüneburg statt und wurde am 24.02. um 19:30 Uhr eröffnet. Von 41 Mitgliedern waren 15 anwesend, zehn waren entschuldigt. 1. Eröffnung und Begrüßung der Anwesenden, vor allem der polnischen Mitglieder. Das waren für den dienstlich verhinderten Landrat sein Stellvertreter Tomasz Hynda sowie für den gleichfalls anderweit engagierten Bürgermeister der Ratsvorsitzende Andrzej Swirko, beide verbeistandet durch weitere drei offizielle Repräsentanten der Stadt. Den durch Krankheit verhinderten Mitgliedern Frau Hoffmann und den Herren Baatz, Riehn, Rosin und Zitzke wurde unser Mitgefühl bekundet. 2. Beschlußfassung über die vorgelegte Tagesordnung Auf die Wahl eines besonderen Protokollführers wird verzichtet. Der Vorsitzende soll wie zuvor in seiner damaligen Position als Geschäftsführer über die miteinander verbundenen Veranstaltungen per Rundbrief berichten. Der entsprechende Bericht über die Versammlung des Vorjahres wird nicht beanstandet. 3. Tätigkeitsbericht Der Vorsitzende berichtet über verschiedene Aktionen zur Mitgliederwerbung und gewisse Erfolge insoweit auch in Celle. Die vorige von Frau Haverland arrangierte Sommerfahrt nach Belgard wird anerkennend erwähnt sowie ihre Repräsentation des Belgarder Raumes auf dem letzten Pommerntreffen. Das Jubiläumstreffen in Celle bei unserem Patenkreis wird angesprochen und der von unserem Freundeskreis gestaltete Lichtbilder-Abend. Die Vorbereitung des jetzigen Treffens und insbesondere des Seminars seien diesmal nicht leicht gewesen; das gelte auch für die Kommunikation mit den polnischen Partnern. Der Vorsitzende bedankt sich bei Frau Wachholz für ihre Sekretariatshilfe und die Übernahme des Postversands unserer Rundschreiben. Weiter wird berichtet, daß das zuständige Finanzamt unsere Gemeinnützigkeit bestätigt habe. Unsere weiter Jahr für Jahr zu erstellenden Finanzübersichten haben wir erst im Mai 2005 wieder vorzulegen. Herr Pleger und Frau Haverland ergänzten den Bericht. 4. Bericht zur Finanzlage a) Die Kassenführerin berichtet, daß 2003 an Mitgliedsbeiträgen b) Zur Diskussion gestellt, erhebt Frau Haverland Einspruch, weil im Kassenprüfungsbericht des Vorjahres über die Finanzen von 2002 für sie in Bezug auf einen Betrag von c) Für die Kassenprüfer berichtet Heinz Ott, daß die Kasse korrekt und mit neuem Journal gut geführt worden sei. Es sei sachlich wiederum nichts zu beanstanden gewesen. d) Betreffend die Finanzen wird durch Heinz Ott die Entlastung des Vorstandes beantragt und bei einer Gegenstimme gewährt. 5. Neue Aktivitäten Der Vorsitzende schlägt vor, unserem schwer erkrankten und auch finanziell besonders belasteten Mitglied Helmut Baatz den Mitgliedsbeitrag zu erlassen. Das wird einstimmig beschlossen. Die Anwesenden wünschen eine gute Genesung und unterschreiben einen entsprechenden Brief. Zur Verwendung der vorhandenen und für 2004 zu erwartenden Mittel erklärt der Vorsitzende, daß insoweit noch keine konkreten Vorstellungen bestünden. Vor weiterem möchte man gerne erst etwas über die Entwicklung des Gedankens der Wiedererrichtung des Belgarder Heimatmuseums hören. Unabhängig davon weist er auf Überlegungen hin, zur Dokumentation der Belgarder Vergangenheit über die Universität Greifswald Kopien alter Bestände der Belgarder Zeitung zu beschaffen. Derlei dürfte für unser Heimatarchiv wie für ein neues Museum in Belgard von Interesse sein. Der Gedanke wurde positiv aufgenommen. Die Punkte 6 und 7 werden vertagt. 8. Die Arbeit des Pommerschen Kreis- und Städtetages und unseres Heimatkreisausschusses Der Vorsitzende weist darauf hin, daß der Freundeskreis als private Vereinigung nicht zu den genannten Institutionen gehört; er sei dort nur durch verschiedene unserer Mitglieder mittelbar präsent: im Heimatkreisausschuß durch Frau Haverland, die seit vielen Jahren Vertreterin des Vorsitzenden, Herrn Dallmanns, ist und neuerdings auch durch die Herren Pleger, Schimmelpfennig und Lutter. Im Kreis- und Städtetag sind die einzelnen Heimatkreise zusammengeschlossen. Zu den vielfach wichtigen Veranstaltungen ergehen nur Einladungen an die Heimatkreisausschüsse; ihnen obliegt es, Teilnehmer zu benennen. Dazu gefragt berichtet Frau Haverland als Vertreterin Herrn Dallmanns umfassend über die Entwicklung der Patenschaft, ist aber nicht imstande, Näheres über die Arbeit des Heimatkreisausschusses darzutun, auch nicht über die finanzielle Lage. Konkrete Rechenschaftsberichte liegen nicht vor. Auf Bitten der Runde sagt Frau Haverland zu, die Forderung nach etwas Transparenz an Herrn Dallmann weiterzutragen und anzuregen, Herrn Schimmelpfennig, den designierten Heimatkreis-Sachbearbeiter, alsbald in die Arbeit einzuweisen. 9. Heimatfahrten im Sommer 2004 Frau Haverland will vom 9. - 17. Juni 2004 noch einmal eine Fahrt nach Belgard organisieren. Etliche Mitglieder werden zu dieser Zeit parallel mit Privatwagen reisen. 10. Verschiedenes a) Herr Eberhard Manzke stellt sich als neues Mitglied vor. b) Herr Ott plädiert dafür, neue Mitglieder in den neuen Bundesländern zu gewinnen. c) Frau Haverland macht darauf aufmerksam, daß unser Pastor Zitzke am 29.02.2004 achtzig Jahre alt sein wird. Wir gratulieren ihm von Herzen und schenken ihm ein gläsernes Wappenbild von Belgard. Fortsetzung der Versammlung am 26.02.2004 nach Abschluß des Seminars zur Lage der Schulen in Belgard und im heutigen Bialogard: 6. Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Stadt und Kreis Bialogard Herr Lutter dankt den polnischen Teilnehmern für ihre qualitätsvollen Beiträge zum Seminar. Die hierbei sowie im abendlichen Lichtbildervortrag gezeigten Errungenschaften würden von uns respektvoll anerkannt. Das gelte für den schulischen wie auch für den gesundheitspolitischen Bereich. Auch die Neugestaltung des Marktplatzes sei eine stolze Leistung, zu der wir Altbürger gratulieren. Wir als Freundeskreis begleiten den Wiederaufbau von Stadt und Land Belgard mit sehr großem Interesse. Herr Swirko, Stadtratsvorsitzender wie Mitglied des Freundeskreises, dankte für die erneute freundliche Aufnahme. Die Seminare trügen mit dazu bei, daß alte Vorurteile überwunden werden. Und man freue sich sehr über das Interesse, das die alten Bürger für die jetzige Entwicklung der Stadt zeigten. Gerade die Jugend sei auch sehr an der deutschen Geschichte der Region interessiert. Über unsere Besuche freue man sich immer. Im Juni dürfte es möglich sein, uns auch das wiederhergestellte Alte Rathaus zu zeigen, das im Laufe der nächsten Monate nach seiner Rekonstruktion von der Baufirma übergeben werde. Die seinerzeit vom Bürgermeister vorgestellten Pläne könnten zwar aus finanziellen Gründen nicht ganz verwirklicht werden, doch strebe man weiter den Aufbau einer geschichtlichen Ausstellung an. Die alten Exponate, die nach Köslin und Stettin verlagert seien, werde man erst zurückerhalten, wenn entsprechende Ausstellungsräume zur Verfügung stünden. Landrat und Bürgermeister würden sich freuen, Mitglieder des Freundeskreises auf ihrer Sommerfahrt am Freitag, den 11. Juni 2004, um 9 Uhr im Sitzungssaal der Kommunalbehörden in einem Empfang zu begrüßen. Man stelle sich vor, dann nach einer Besichtigungsfahrt nachmittags zu einem kleinen Fest zusammen zu kommen! Beide Seiten sprachen sich für ein gemeinsames Singen aus; Frau Szabla vom städtischen Kulturamt sowie Frau Haverland werden sich um Texte kümmern. Auf Nachfrage berichtet Herr Swirko, daß die Stadt zur Zeit eine Partnerschaft mit Binz auf Rügen pflege (nach bzw. neben Teterow), die Großgemeinde Belgard mit Dömitz an der Elbe und der Kreis mit dem Kreis Strelitz in Brandenburg. Betreffend die allgemeine Kommunikation bittet Herr Swirko um Verständnis dafür, daß wegen der vielen anderweitigen Verpflichtungen von Bürgermeister und Landrat auf Schreiben des Freundeskreises mitunter nicht gleich eingegangen werden könne. 7. Seminararbeit Der Vorsitzende fragt die Runde nach Themenvorschlägen für weiter Seminare. Es sei angeregt worden, demnächst über Regionale Feste zu sprechen; andere Überlegungen gingen dahin, etwa die Militärische Situation im Belgarder Raum im März 1945 zu behandeln oder vielleicht Belgard und seine Juden. Auf konkrete Frage schlug Herr Swirko vor, den von ihm 2000 herausgegebenen Tourismusführer für den Kreis Belgard (= Przewodnik, 162 Seiten mit vielen kleinen Fotos) zu überarbeiten und ihn in Polnisch und zugleich in Deutsch gemeinsam neu erscheinen zu lassen. Die deutschen Partner könnten in einem solchen Gemeinschaftswerk mit dafür sorgen, daß etwaige alte Propagandaformulierungen und historische Fehler beseitigt werden. Das alte Format (= DIN A 5) könne beibehalten werden; der alte polnische Text könne gekürzt und ihm Punkt für Punkt ein deutscher Text gegenübergestellt werden. Der Vorschlag wurde von allen begrüßt. Es wurde auch von Stadtplänen und Kreiskarten mit den neuen polnischen und zugleich den alten deutschen Namen gesprochen. Nach entsprechenden Vorbereitungen soll sich das nächste Seminar der redaktionellen Abschlußarbeit annehmen. Die polnische Seite werde zur Finanzierung auch des Druckes Mittel der Europäischen Union beantragen, man brauche dafür noch die Übersetzung unserer Satzung ins Polnische. Herr Dr. Lewandowski, der bereits bei einem ähnlichen Projekt für den Kreis Wongrowitz beteiligt war, wird gerne bei allem behilflich sein. Die Runde zeigte sich von dem Vorschlag sehr angetan. Herr Lutter sagte zu, sich demnächst näher zu äußern. Wir müßten uns die Arbeit aufteilen und könnten im Sommer bei unserem Besuch Näheres erörtern. Wahrscheinlich haben die meisten von uns bereits ein Exemplar der polnischen Ausgabe. Soweit nicht, sind als Anlagen die Gliederung des Kreisführers (in provisorischer Übersetzung) und Kopien von drei Seiten beigefügt. Daraus geht hervor, wie umfassend die einzelnen Abschnitte sind. Ein jeder von uns möge bitte prüfen, welchen Abschnitt er bzw. sie zur Bearbeitung übernehmen kann oder wer dafür in Frage käme. Wegen des Raumes Körlin bin ich bereits an den dortigen Freundeskreis herangetreten. Dort gibt es bereits einschlägige Vorarbeiten. Die Mitgliederversammlung war am 26.02.04 gegen 11 Uhr beendet. und Przewodnik..... von Andrzej Swirko unter Mitarbeit von u.a. Waldemar Hynda. Touristischer und heimatkundlicher Reiseführer für das Land Belgard. 1. Auflage, Bialogard 2000 (162 Seiten mit vielen kleinen Fotos). I. Einleitung - S. 7 II. Geographische Aspekte - S. 9 1. Landschaftsbild S. 10 2. Klima - S. 11 3. Wassernetz - S.12 A. Flüsse - S. 12 B. Seen - S. 12 C. Moore - S. 13 4. Landwirtschaftliche Nutzung - S. 14 5. Natur- und Bodenschätze - S. 15 6. Staat und Landschaft (?!) - S. 15 III. Heimatkundliche Fahrten durch das Land Belgard - S. 17 1. Fußwanderungen - S. 18 A. Groß Tychow-Tour (Alt-Buckow / Gr. Tychow....) - S. 18 B. Die Alte Salzstraße (Kolberg / Rostin / Belgard / Polzin) - S. 18 C. Rund um Belgard-Tour (Lülfitz / Darkow / Klempin) - S. 20 D. Kleinbahn-Wanderung (Lenzen / Podewils....) - S. 20 E. Rund um Groß Tychow-Tour - S. 21 F. Groß Tychow-Tour - S. 21 2. Autotouren - S. 22 A. Parkanlagen, Rittergüter und Paläste (Lübchow / Natzow / Kamissow / Standemin / Lenzen / Grüssow / Naffin / Boissin / Dubberow....) - S.22 3. Radtouren - S. 28 A. Rings um Körlin (Lübchow / Kerstin / Natzow) - S. 28 B. Rings um Kamissow - S. 29 C. Auf den Spuren frühzeitlicher Siedlungen (Denzin / Roggow) - S. 29 D. Rings um Groß Tychow (Pobanz....Zarnekow) - S. 30 4. Kanufahrten - S. 33 A. Persante-Tour (Damen / Wutzow / Denzin) - S. 33 B. Auf Radue und Krummem Wasser (Tietzow / Bulgrin....) - S. 35 5. Fotografisch interessante Ziele (Themen wie Architektur....) - S. 37 IV. Ortsbeschreibungen - S. 39 1. Belgard - S. 41 (Stadtwappen S. 41 / Stadtgeschichte S. 41 / Kirchen und Kasernen S. 48 / Nachkriegsjahre S. 49 / Typische Bauwerke S. 52 / Baudenkmäler S. 52 / Beachtenswerte Gebäude S. 57 / Parkanlagen S. 59 / Geschichtliche Daten S. 60-63) Kürzer bei Körlin, beschränkt auf wenige Zeilen oder eine Seite bei den anderen Orten. Doch stets mit Angabe des alten deutschen Namens, der Umstände der Gründung, der Namen der einstigen Grundherren, auch zur Architektur zumindest dem Alter der Kirchen und der Gutshäuser sowie die Namen deren Erbauer. Auch historische und wirtschaftspolitische Daten. Die Ortsbeschreibungen beziehen sich nur auf die Ortschaften des neuen Kreises mit den Gesamtgemeinden Belgard, Groß Tychow und Körlin. Es sind dies für die neuen Gesamtgemeinden Belgard und Gr. Tychow diese Orte: Bergen, Boissin, Buchhorst, Bukow, Bulgrin, Burzlaff, Butzke, Damen, Darkow, Denzin, Dimkuhlern, Döbel, Drenow, Dubberow, Forst, Forstkolonie, Gissalk, Groß Tychow, Grünhof, Grüssow, Heidekrug, Johannisberg, Kamissow, Karshof, Kieckow, Kiefheide, Klempin, Komet, Kösternitz, Kowalk, Krähenkrug, Krausenkatchen, Krössin, Latzig, Lenzen, Lülfitz, Muttrin, Naffin, Nassow, Natztow, Neuendorf, Neuhof, Panknin, Pobanz, Podewils, Posthaus, Pumlow, Pustchow, Rarfin, Rauden, Redlin, Reichow, Rettow, Ristow, Roggow, Rostin Gr. Saatspe, Sager, Schinz, Schlennin, Schmenzin, Schönfelde, Siedkow, Silesen, Springkrug, Standemin, Strelitz, Tarpenow, Tietzow, Vetzow, Warnin, Wiesenhof, Woldekow, Wutzow, Zadtkow, Zarnefanz, Zarnekow. Bei den kursiv gesetzten Namen, die so als alte deutsche Namen dem Führer entnommen sind, habe ich Zweifel an der Richtigkeit. Zum Teil mag es sich um unselbständige Ortsteile handeln. Wer hier helfen kann, den bitte ich um Klarstellung! Bei der Gesamtgemeinde Körlin geht es im einzelnen um diese Orte: Darsow, Dumzin, Garchen, Jestin, Karwin, Kertsin, Koseeger, Kowanz, Kruckenbeck, Kuhhagen, Lübchow, Mallnow, Marin, Pobloth, Putzernin, Rümelsdorf, Schwartow, Zürkow. Jetzt unsere Bitte an Euch alle: Die Herausgabe eines deutsch-polnischen Reiseführers für das Land Belgard ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Er wird mit helfen, daß die Jahrhunderte alte deutsche Geschichte unserer Heimat nicht in Vergessenheit gerät. Darum bitten wir Euch alle sehr herzlich, daran mitzuwirken, daß das Unternehmen erfolgreich wird. Wer von Euch bereit ist, für einen oder mehrere Teile die deutsche Bearbeitung zu übernehmen, oder wer jemanden kennt, der das könnte, der möge sich bitte bei Manfred Pleger oder bei mir melden. Wir werden beide versuchen, den deutschen Anteil an der gemeinsamen Arbeit zu steuern. Doch ohne Eure ernsthafte Mithilfe geht es nicht. Wer sich meldet, erhält dann Kopie der jetzigen polnischen Fassung des Abschnittes, den er bearbeiten will. Aus unserem blauen Kreisbuch und aus anderen Unterlagen läßt sich zudem viel an Fakten zusammenfinden. Das Problem ist aber, den vorliegenden Text aus dem Polnischen erst einmal ins Deutsche zu übersetzen. Denn wir müssen ja wissen, wozu wir Stellung nehmen und was an etwaigen Irrtümern zu korrigieren sein mag. Wir appellieren hier zuerst an unsere Freunde, die das Polnische beherrschen. Für Übersetzungen von Teilabschnitten "aus dem Handgelenk" (unter Verzicht auf Genauigkeit) wären wir sehr dankbar! Ihr lieben Baehrs und Walter Lassahn, könntet Ihr helfen?! und Aus dem Polnischen [in Klammern gefaßte Worte wurden eingefügt]: [Buchtitel:] Touristisch-Landeskundlicher Führer durch das Land Belgard. Praca zbiorowa pod red. Andrzeja Swirko [d. h. durch den heutigen Landkreis Bialogard im Jahre 2000] Debczyno, Gemeinde Bialogard [Belgard], früher Denzin Lage: Schulzendorf, etwa 4 km südlich von Belgard, an einer Nebenstraße Geschichte: Durch die Verschiebung kleiner germanischer Volksstämme im Einzugsbereich der Oder ausgelöste Veränderungen in Kultur und Siedlungswesen Pommerns fanden ihre Spiegelung im Entstehen einer neuen kulturellen Gruppierung, der Denziner Gruppe. Dies geschah zu Anfang der Spätzeit römischer Einflüsse im 3. und 4. Jh. und etwas später durch die Wanderung der Goten und Gepiden und mit ihnen verbündeter Stämme in das Gebiet nördlich des Schwarzen Meeres. Wahrscheinlich waren es Volksstämme aus dem Elbegebiet und aus Skandinavien. In der Besiedlung Pommerns stellte die Ballung von Siedlungen und Gräberfeldern um Denzin eine Ausnahme dar, sie wird als eine Art wirklicher Agglomeration angesehen. Die im 1. Viertel des 16. Jh. beginnende Ausdehnung der junkerlichen Gutsherrschaft brachte eine rapide Verschlechterung der Rechte der Dorfbewohner im Persantegebiet, das zu den wirtschaftlich am weitesten entwickelten Gebieten Hinterpommerns zählte. Der Zuwachs von Gutsbetrieben geschah auf Kosten der bäuerlichen Ländereien. Davon zeugen Eingaben der Bauern aus Denzin von 1599 und 1609, die Klage führen gegen die Wegnahme ihrer besten Äcker durch das entstehende Gut Ackerhof. Um die Wende vom 15. zum 16. Jh. gründeten die letzten Greifenherzöge die Domänenämter mit Administratoren an der Spitze. Die Ämter waren Eigentum der Herzöge. Zu den 18 herzöglichen Ämtern in Hinterpommern gehörte auch das Amt Belgard. Unter den 1782 zugehörigen Dörfern war auch Denzin. Vor wie auch nach dem 2. Weltkrieg war und ist Denzin ein Dorf von Einzelbauern. Bodendenkmäler: Von obengenannter Geschichte zeugen: Das in die Denkmalsliste des Bezirks Köslin eingetragene Gräberfeld am Abhang der sandigen Erhebung am Westufer der Muglitz, ca. 150 m östlich vom Feldweg nach Naffin [das Gräberfeld nahe der Roggower Mühle am Möhlenweg von Lenzen nach Roggow]. Die hier geborgenen reichen archäologischen Funde datieren das Gräberfeld in die spätrömische Kaiserzeit. Wegen seiner Seltenheit ist der Bereich dieses historischen slawischen Friedhofs unter Denkmalschutz gestellt. Ebenfalls in der Denkmalsliste: Eine offene Siedlung am Westufer der Muglitz, nördlich eines Feldweges ca. 500 m nordöstlich vom Weg nach Naffin. Die Funde datiert wie oben ein Beleg für dörfliche slawische Siedlung. [Damit dürfte der Fischberg hinter Fuchskaten gemeint sein.] Mitten im Dorf der nicht mehr benutzte evangelische Friedhof aus der Mitte des 19. Jhs. Praktische Hinweise: Denzin erreicht man von Belgard her mit Fahrrad oder Auto. Auch zu Fuß über einen Holzsteg über die Persante, der den Weg zur Polziner Chaussee verkürzt. Bushaltestelle, Klubraum mit Billard, Sportplatz, 2 Läden; Postleitzahl: 75-200 Bialogard. [Übersetzt aus dem Polnischen von Martin Lassahn aus Klempin, heute Berliner Straße 7, 48231 Warendorf. Vielen Dank lieber Martin Lassahn] Anmerkungen zur vorstehenden polnischen Beschreibung Denzins Die polnische Beschreibung enthält einige Merkwürdigkeiten, die möglicherweise daraus entstanden sind, daß dem Verfasser der Zugang zur alten Literatur erschwert war. Zunächst sei festgestellt: Denzin ist heute keine selbständige Gemeinde, keine Rechtspersönlichkeit mehr, sondern nur noch ein "Dorfwesen" niederen Rechts. Die um Belgard liegenden Gemeinden sind heute zur Gemeinde Belgard zusammengefaßt und werden mit der Stadt Belgard von der Stadt verwaltet. Die Germanen, "Träger der nordischen Kultur" sollen Pommern bereits in der jüngeren Steinzeit 3000 - 2000 vor Christi besiedelt haben. Später dann haben Goten, Gepiden, Burgunder, Rugen usw. Pommern nicht nur z. Z. der Völkerwanderung durchzogen, sondern vielmehr Jahrhunderte vorher in unserer Heimat gelebt. So reichte das Siedlungsgebiet der Völkerfamilie der Goten in seiner größten Ausdehnung von der unteren Weichsel westlich bis an die Persante; östlich von der Persante siedelten später die zunächst nur südlich der Warthe ansässigen Burgunder. Daß das Persantegebiet zu den wirtschaftlich am weitesten entwickelten Gebieten Pommerns gehört habe, schmeichelt uns Persantekindern zwar, ist aber nicht nachvollziehbar. Da war Kolberg mit dem Kolberger Land durch den Seehandel, den lohnenden Fischfang, den Salzsalinen und den fruchtbaren Wiesen und Äckern, der Pyritzer Weizacker mit seinen fetten, ertragreichen Böden usw. unseren mittleren, im Süden des Kreises Belgard schlechteren Böden wirtschaftlich (doch wohl) überlegen, wenngleich auch die Stadt Belgard in der Hansezeit eine blühende Stadt gewesen sein muß. Daß das Vorwerk, d. h. das Amt, den Denziner Bauern um 1600 fruchtbare Äcker zugunsten des Ackerhofs genommen haben soll, ist mir neu, auch sind mir die Schreiben der Bauern von 1599 und 1609 unbekannt. Die bedeutenden pommerschen Geschichtsschreiber Brüggemann (1784) und Berghaus (1867), die die Gemeinden Pommerns beschreiben und immer auch bedeutende Grenzverträge und Grenzstreitigkeiten nennen, sagen nichts darüber. Die Amtministration des Alten Amtes Belgard wurde nicht erst um 1600 geschaffen. So wird als Ministerieller bereits im Jahre 1289 Klest de Densin (Kleist zu Denzin) genannt (siehe bitte unseren Rundbrief Nr. 46 Ostern / Pfingsten 2003). In der polnischen Beschreibung wird das uns bekannte germanische Gräberfeld, das 1936 von Bauer Reinhold Kruggel in Denzin entdeckt und erstmals im Jahre 1937 unter Leitung des Archäologen Hans Jürgen Eggers aus Stettin geöffnet und ausgewertet wurde, als slawischer Friedhof bezeichnet. Die nachfolgenden Seiten geben Aufschluß über das Ergebnis der Ausgrabungen 1937 und bewerten die Funde als germanisch. So heißt es z. B. zu Tongefäßen: "Sie zeigen eine stilistische Entwicklungsstufe, die etwa den elbgermanischen Urnen aus dem Gräberfeld von Dahlhausen in der Prignitz entspricht." Die Aussage, daß am oder auf dem Fischberg hinter Fuchskaten (Wegekreuzung Lenzen-Roggower Möhlenweg / Weg Denzin-Naffin) eine slawische Siedlung bestanden habe, mag sein, die Funde indes auf dem Fischberg sind auch hier germanischer Kultur. Die Gräberfelder in Denzin sind bedeutend, sie stellen aber in Pommern keine Ausnahme dar. Das Land Belgard und Pommern sind von prähistorischen und historischen Funden geradezu übersät und bestätigen die dichte germanische Besiedlung einst unserer Provinz. Mir geht es nicht darum, das Slawische (für uns: Wendische) zu bestreiten, um so weniger als wir Pommern deutsch-wendischen Bluts sind, doch meine ich, daß wir Darstellungen in der polnischen Literatur ernst nehmen und kritisch lesen dürfen. [Dai Schulteknüppel Nr. 48, S. 25-26] |
|||||