Lutter, Harald:
Das Alte Rathaus in Belgard soll renoviert werden
Pommersche Zeitung vom 26. August 2000.











Mit den Deutschen ist
nicht zu rechnen


Die Mission der Begarder Verwaltungen nach Deutschland ist mißlungen. Die Bewohner des Vorkriegskreises Belgard sammelten nur 2.200 EUR für die Instandsetzung des Alten Rathauses am Markt. Dieser Betrag reicht nicht einmal für neue Fenster. "Wir sind auf uns allein gestellt", sagt Bürgermeister Stanislaw Ciechanowicz. Soll doch die Instandsetzung etwa 3 Mio. Zloty kosten. In diesem Jahr gibt die Stadt hierfür 400.000 Zloty aus.




Glos Koszalinski 26.02.2002






 Deutscher Blindgänger

- Leider sind wir auf uns allein gestellt -

Es gibt kein Geld aus dem Ausland für die Instandsetzung des Alten Rathauses und die Belgarder Altstadt. Die Mitglieder der deutschen Vereinigung "Freunde des Alten Landes Belgard" vermochten über mehrere Jahre nur 2.200 EUR hierfür zu sammeln. Das reicht nicht einmal für neue Fenster.

Kürzlich trafen sich die Vertreter von Stadt- und Kreisverwaltung in Lüneburg mit Sympathisanten und früheren Einwohnern Belgards. Auf dem von der Ost-Akademie organisierten Seminar sprachen sie über Vergangenheit und Zukunft der Stadt.

"Es waren drei Tage wirklich offener Gespräche und Diskussionen", sagt Bürgermeister Stanislaw Ciechanowicz. "Ich verhehle nicht, daß für uns das Wichtigste die von den deutschen Freunden zugesagten Gelder fürs Alte Rathaus waren".

Erhielten doch die Belgarder Verwaltungen vor einigen Jahren von früheren Einwohnern der Stadt die Zusicherung, daß eine erkleckliche Summe für das Rathaus eingehen würde. Die Deutschen machten jedoch zur Bedingung, daß erst eine spezielle Stiftung gegründet würde, auf deren Konto dann gezahlt werde.

Die Stiftung entstand, das Konto wurde eingerichtet, aber es kam kein Geld. Jahr für Jahr stellte die Stadt darum ziemlich viel Geld für das Baudenkmal zur Verfügung. Über die ganze Zeit stand man aber in Verbindung mit den Deutschen, die versicherten, daß die ersten Gelder bald
Glos Bialogardu vom 15.03.2002



kämen. Bei den direkten Gesprächen in der vorigen Woche zeigte sich nun, daß es nicht gut darum steht.

"Die Deutschen waren ebenfalls verlegen, daß sie nun nur 2.200 EUR geben können. Sie hatten auch mit mehr gerechnet. Das ist leider die rauhe Wirklichkeit", so Bürgermeister Ciechanowicz.

Die Instandsetzung des Alten Rathauses soll etwa 3 Millionen Zloty kosten. Die Stadt hat nicht soviel Geld für Investitionen. So rückt das Ende der Arbeiten sicher in weitere Ferne. Für die Fortsetzung der Arbeiten sind für dieses Jahr im Haushalt etwa 400.000 Zloty vorgesehen. "Einen anderen Weg gibt es nicht, wir werden etappenweise investieren", fügt Ciechanowicz hinzu.

Die 2.200 EUR gehen aber nicht verloren. Die ganze, wenn auch geringe Summe geben die Deutschen für den Ankauf von Exponaten für das im Alten Rathaus geplante Museum. Es wird ein Geschenk der früheren Einwohner an die Stadt.

"Auf dem Seminar gab es einen weiteren Beschluß", verrät der Bürgermeister. "Auf dem städtischen Friedhof neben dem Kreiskrankenhaus entsteht ein kleines Lapidarium. Die Kosten für die Errichtung tragen ebenfalls die Deutschen".

Anfang August kommt es zur nächsten Begegnung mit den Freunden, den früheren Einwohnern der Stadt. Diesmal in Belgard.






Falls Sie als Vereinsmitglied hier einen Artikel vermissen, so schreiben Sie uns bitte
via