Deutscher
Blindgänger
- Leider sind wir auf uns allein gestellt -
Es gibt kein Geld aus dem Ausland für die Instandsetzung des Alten Rathauses
und die Belgarder Altstadt. Die Mitglieder der deutschen Vereinigung
"Freunde des Alten Landes Belgard" vermochten über
mehrere Jahre nur 2.200 EUR hierfür zu sammeln. Das reicht
nicht einmal für neue Fenster.
Kürzlich trafen sich die Vertreter von Stadt- und Kreisverwaltung
in Lüneburg mit Sympathisanten und früheren Einwohnern
Belgards. Auf dem von der Ost-Akademie organisierten
Seminar sprachen sie über
Vergangenheit und Zukunft der Stadt.
"Es waren drei Tage wirklich offener Gespräche und
Diskussionen", sagt Bürgermeister Stanislaw Ciechanowicz.
"Ich verhehle nicht, daß für uns das Wichtigste
die von den deutschen Freunden zugesagten Gelder fürs Alte
Rathaus waren".
Erhielten doch die Belgarder Verwaltungen vor einigen Jahren
von früheren Einwohnern der Stadt die Zusicherung, daß
eine erkleckliche Summe für das Rathaus eingehen würde.
Die Deutschen machten jedoch zur Bedingung, daß erst eine
spezielle Stiftung gegründet würde, auf deren Konto
dann gezahlt werde.
Die Stiftung entstand, das Konto wurde eingerichtet, aber es
kam kein Geld. Jahr für Jahr stellte die Stadt darum ziemlich
viel Geld für das Baudenkmal zur Verfügung. Über
die ganze Zeit stand man aber in Verbindung mit den Deutschen,
die versicherten, daß die ersten Gelder bald |
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Glos Bialogardu vom 15.03.2002
kämen. Bei den direkten Gesprächen in der vorigen
Woche zeigte sich nun, daß es nicht gut darum steht.
"Die Deutschen waren ebenfalls verlegen, daß sie
nun nur 2.200 EUR geben können. Sie hatten auch mit mehr
gerechnet. Das ist leider die rauhe Wirklichkeit", so Bürgermeister
Ciechanowicz.
Die Instandsetzung des Alten Rathauses soll etwa 3 Millionen
Zloty kosten. Die Stadt hat nicht soviel Geld für
Investitionen. So rückt das Ende der Arbeiten sicher in
weitere Ferne. Für die Fortsetzung der Arbeiten sind für
dieses Jahr im Haushalt etwa 400.000 Zloty vorgesehen. "Einen
anderen Weg gibt es nicht, wir werden etappenweise investieren",
fügt Ciechanowicz hinzu.
Die 2.200 EUR gehen aber nicht verloren. Die ganze, wenn auch
geringe Summe geben die Deutschen für den Ankauf von Exponaten
für das im Alten Rathaus geplante Museum. Es wird ein Geschenk
der früheren Einwohner an die Stadt.
"Auf dem Seminar gab es einen weiteren Beschluß",
verrät der Bürgermeister. "Auf dem städtischen
Friedhof neben dem Kreiskrankenhaus entsteht ein kleines
Lapidarium. Die Kosten für
die Errichtung tragen ebenfalls die Deutschen".
Anfang August kommt es zur nächsten Begegnung mit den Freunden,
den früheren Einwohnern der Stadt. Diesmal in Belgard. |