| Betr.: Heimatmuseum in Belgard / Persante | |||||
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Mitteilung von Frau Barbara Haverland an den damaligen Vorsitzenden des
Heimatkreises Belgard-Schivelbein
Paul Dallmann: Soest, im Februar 1994 Den Bericht von Paul Schultze im Buch "Der Kreis Belgard" Seite 909 - 914, geschrieben 1929, möchte ich aus eigener Kenntnis erweitern. Das Heimatmuseum befand sich bis 1935 im Hohen Tor. Mit dem Berichterstatter von 1229 und dem Heimatmuseum war Dr. Hermann Claus, der Leiter des Lyzeums in Belgard, sehr verbunden. So halfen Schülerinnen seiner Schule 1935 beim Umzug vom Hohen Tor in das Alte Rathaus. Im Handwagen zogen sie unempfindliche Gegenstände zum Markt und waren auch behilflich beim Treppenauftragen von Exponaten und Regal- bzw. Vitrinenteilen. Im Alten Rathaus wurde im Obergeschoß das Belgarder Museum neu gestaltetet. Während meiner Schulzeit besuchte ich mehrmals dieses Museum. Deutlich erinnere ich mich u.a. an ein Skelett, das in Sand mit gefundenen Grabbeigaben unter Glas gebettet war. Münzen, Schmuck, Scherben und Werkzeuge aus alter Zeit lagen u.a. gut beschildert in Schaukästen und Regalen. Paul Schultze erklärte zusätzlich sehr eingehend diese "seine" Schätze. Eine Aufnahme von 1937 zeigt das Alte Rathaus in Belgard mit der Unterschrift "jetzt Heimatmuseum". Vor Jahren bekam ich sie vom Belgarder Fotografen K.H. Köhler. Einen Abzug füge ich bei. Im Frühjahr 1944 verließ ich meine Heimatstadt. Als ich mit meiner Mutter und zwei Geschwistern im Juni 1945 wieder nach Belgard kam, fanden wir in unserem Haus Aufnahme in Zimmern, die der neue Bewohner, der Pole "Baurat" Eckstein, nicht benötigte. Viele Möbel und Hausrat waren im Haus verblieben, doch fehlte in der Diele u.a. eine alte, eisenbeschlagene Truhe mit gewölbtem Deckel. - Unter Mitwirkung unseres "Hauswirtes" wurden wir im September 1945 ausgewiesen. Er starb 1946. Mit einer Dolmetscherin suchte ich 1990 die Räume des früheren Museums im Alten Rathaus auf. Ein alter Herr, im Rollstuhl sitzend, ließ uns ein. Sofort erkannten wir, daß die Zimmer nun privat genutzt wurden. Nach längerem Gespräch wurde mir übersetzt, daß dieser Herr - Sawilski Wojciech - seit November 1945 In Belgard lebt. Er holte einen Umschlag mit Fotos und reichte sie uns nacheinander zum Ansehen. Dabei erfuhr ich, daß Russen nach der Besetzung Belgards im März 1945 im Museum geplündert hätten. Bald darauf begannen Polen mit der Neugestaltung. Der "Baurat" Eckstein wurde als Mitinitiator genannt. So wunderte ich mich nicht, als ich auf einem Bild unsere alte Truhe entdeckte. (Auf dem beigefügten Foto Nr. 2 ist sie im Hintergrund zu sehen.) Wir hörten weiter, daß 1955 alle Exponate, Vitrinen und Regale aus dem Museum In Belgard in die Museen von Stolp, Stettin und Thorn gebracht worden sind. Als Begründung sei angegeben, daß sie In Belgard nicht genügend gesichert wären. Von meinem Besuch im Alten Rathaus konnte ich 15 Fotos aus der polnischen Aufbauphase des Museums in Belgard mitnehmen, und ich durfte auch selbst fotografieren. So kann ich die Außenansicht des Museums und 2 Bilder der Innenräume von 1947 mitschicken. Das Farbbild zeigt den Bewohner und die Nutzung der Räume im Obergeschoß des Alten Rathauses In Belgard als Wohnung und Atelier 1990. |
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