| Touristisch-Landeskundlicher Führer durch die Region | |||||
| Im Verlauf der 5. Mitgliederversammlung des
Vereins am 24.02.2004, welche im Rahmen des 8. Belgard-Seminars
mit dem Thema "Belgard und seine Schulen" (23. - 26.02.2004 an
der Ost-Akademie in Lüneburg) stattfand, hatten unsere polnischen Partner
vorgeschlagen, uns an der Erarbeitung einer Neuauflage des touristischen
Führers durch den Kreis Bialogard zu beteiligen. So schlug Herr Swirko
damals vor, den von ihm 2000 herausgegebenen Tourismusführer für
den Kreis Belgard (= Przewodnik, 162 Seiten mit vielen kleinen Fotos) zu
überarbeiten und ihn in Polnisch und zugleich in Deutsch gemeinsam
neu erscheinen zu lassen. Die deutschen Partner könnten in einem solchen
Gemeinschaftswerk mit dafür sorgen, daß etwaige alte Propagandaformulierungen
und historische Fehler beseitigt werden. Das alte Format (= DIN A 5) könne
beibehalten werden; der alte polnische Text könne gekürzt und
ihm Punkt für Punkt ein deutscher Text gegenübergestellt werden.
Der Vorschlag wurde von allen begrüßt. Es wurde auch von Stadtplänen
und Kreiskarten mit den neuen polnischen und zugleich den alten deutschen
Namen gesprochen. Nach entsprechenden Vorbereitungen soll sich das nächste
Seminar der redaktionellen Abschlußarbeit annehmen. Die polnische Seite werde zur Finanzierung auch des Druckes Mittel der Europäischen Union beantragen, man brauche dafür noch die Übersetzung unserer Satzung ins Polnische. Herr Dr. Lewandowski von der Ostseeakademie, der bereits bei einem ähnlichen Projekt für den Kreis Wongrowitz beteiligt war, wird gerne bei allem behilflich sein. Die Runde zeigte sich von dem Vorschlag sehr angetan. Herr Lutter sagte zu, sich demnächst näher zu äußern. Wir müßten uns die Arbeit aufteilen und könnten im Sommer bei unserem Besuch Näheres erörtern. Bei kritischer Lektüre der verschiedenen offiziellen Broschüren von Stadt und Kreis Bialogard kamen insoweit skeptische Überlegungen auf. Denn sie sind so formuliert, daß ein Außenstehender nie auf den Gedanken kommen kann, daß diese Region früher deutsch war. Vielmehr wird suggeriert, daß Stadt und Kreis seit jeher polnisch waren, so auch, wenn man sich rühmt, die alte Hansestadt Bialogard zu sein, wenn man immer wieder deutsches Kulturerbe als eigenes ausgibt. Wir haben unseren polnischen Partnern vorgeschlagen, schon vor Aufnahme der Arbeit in dem anstehenden Seminar über derartige Grundfragen unserer Beziehungen miteinander zu sprechen. Zu unserem Erstaunen wurde auf dem 9. Belgard-Seminar mit dem Thema "Der Umgang mit dem kulturellen Erbe in unserer Heimat" (18. - 20.02.2005 an der Ostsee-Akademie in Travemünde) seitens der Stadt Bialogard durch Herrn Swirko erklärt, daß eine Fortführung der von ihm eingeleiteten Gespräche betreffend eine gemeinschaftliche Neuauflage des Führers durch das Land Bialogard / Belgard (= Przewodnik) polnischerseits nicht mehr akut sei. Gründe hierfür wurden nicht genannt, auf die von uns vor Monaten aufgezeigten klärungsbedürftigen Sachfragen wurde auch nicht eingegangen. Auch das weitere Projekt, das polnischerseits angeregt worden war - ein kurzer Führer zur Belgarder Stadtgeschichte - wird offenbar nicht weiter verfolgt. Przewodnik..... von Andrzej Swirko unter Mitarbeit von u.a. Waldemar Hynda. Touristischer und heimatkundlicher Reiseführer für das Land Belgard. 1. Auflage, Bialogard 2000 (162 Seiten mit vielen kleinen Fotos). I. Einleitung - S. 7 II. Geographische Aspekte - S. 9 1. Landschaftsbild S. 10 2. Klima - S. 11 3. Wassernetz - S.12 A. Flüsse - S. 12 B. Seen - S. 12 C. Moore - S. 13 4. Landwirtschaftliche Nutzung - S. 14 5. Natur- und Bodenschätze - S. 15 6. Staat und Landschaft (?!) - S. 15 III. Heimatkundliche Fahrten durch das Land Belgard - S. 17 1. Fußwanderungen - S. 18 A. Groß Tychow-Tour (Alt-Buckow / Gr. Tychow....) - S. 18 B. Die Alte Salzstraße (Kolberg / Rostin / Belgard / Polzin) - S. 18 C. Rund um Belgard-Tour (Lülfitz / Darkow / Klempin) - S. 20 D. Kleinbahn-Wanderung (Lenzen / Podewils....) - S. 20 E. Rund um Groß Tychow-Tour - S. 21 F. Groß Tychow-Tour - S. 21 2. Autotouren - S. 22 A. Parkanlagen, Rittergüter und Paläste (Lübchow / Natzow / Kamissow / Standemin / Lenzen / Grüssow / Naffin / Boissin / Dubberow....) - S.22 3. Radtouren - S. 28 A. Rings um Körlin (Lübchow / Kerstin / Natzow) - S. 28 B. Rings um Kamissow - S. 29 C. Auf den Spuren frühzeitlicher Siedlungen (Denzin / Roggow) - S. 29 D. Rings um Groß Tychow (Pobanz....Zarnekow) - S. 30 4. Kanufahrten - S. 33 A. Persante-Tour (Damen / Wutzow / Denzin) - S. 33 B. Auf Radue und Krummem Wasser (Tietzow / Bulgrin....) - S. 35 5. Fotografisch interessante Ziele (Themen wie Architektur....) - S. 37 IV. Ortsbeschreibungen - S. 39 1. Belgard - S. 41 (Stadtwappen S. 41 / Stadtgeschichte S. 41 / Kirchen und Kasernen S. 48 / Nachkriegsjahre S. 49 / Typische Bauwerke S. 52 / Baudenkmäler S. 52 / Beachtenswerte Gebäude S. 57 / Parkanlagen S. 59 / Geschichtliche Daten S. 60-63) Kürzer bei Körlin, beschränkt auf wenige Zeilen oder eine Seite bei den anderen Orten. Doch stets mit Angabe des alten deutschen Namens, der Umstände der Gründung, der Namen der einstigen Grundherren, auch zur Architektur zumindest dem Alter der Kirchen und der Gutshäuser sowie die Namen deren Erbauer. Auch historische und wirtschaftspolitische Daten. Die Ortsbeschreibungen beziehen sich nur auf die Ortschaften des neuen Kreises mit den Gesamtgemeinden Belgard, Groß Tychow und Körlin. Es sind dies für die neuen Gesamtgemeinden Belgard und Gr. Tychow diese Orte: Bergen, Boissin, Buchhorst, Bukow, Bulgrin, Burzlaff, Butzke, Damen, Darkow, Denzin, Dimkuhlern, Döbel, Drenow, Dubberow, Forst, Forstkolonie, Gissalk, Groß Tychow, Grünhof, Grüssow, Heidekrug, Johannisberg, Kamissow, Karshof, Kieckow, Kiefheide, Klempin, Komet, Kösternitz, Kowalk, Krähenkrug, Krausenkatchen, Krössin, Latzig, Lenzen, Lülfitz, Muttrin, Naffin, Nassow, Natztow, Neuendorf, Neuhof, Panknin, Pobanz, Podewils, Posthaus, Pumlow, Pustchow, Rarfin, Rauden, Redlin, Reichow, Rettow, Ristow, Roggow, Rostin Gr. Saatspe, Sager, Schinz, Schlennin, Schmenzin, Schönfelde, Siedkow, Silesen, Springkrug, Standemin, Strelitz, Tarpenow, Tietzow, Vetzow, Warnin, Wiesenhof, Woldekow, Wutzow, Zadtkow, Zarnefanz, Zarnekow. Bei den kursiv gesetzten Namen, die so als alte deutsche Namen dem Führer entnommen sind, habe ich Zweifel an der Richtigkeit. Zum Teil mag es sich um unselbständige Ortsteile handeln. Wer hier helfen kann, den bitte ich um Klarstellung! Bei der Gesamtgemeinde Körlin geht es im einzelnen um diese Orte: Darsow, Dumzin, Garchen, Jestin, Karwin, Kertsin, Koseeger, Kowanz, Kruckenbeck, Kuhhagen, Lübchow, Mallnow, Marin, Pobloth, Putzernin, Rümelsdorf, Schwartow, Zürkow. Jetzt unsere Bitte an Euch alle: Die Herausgabe eines deutsch-polnischen Reiseführers für das Land Belgard ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Er wird mit helfen, daß die Jahrhunderte alte deutsche Geschichte unserer Heimat nicht in Vergessenheit gerät. Darum bitten wir Euch alle sehr herzlich, daran mitzuwirken, daß das Unternehmen erfolgreich wird. Wer von Euch bereit ist, für einen oder mehrere Teile die deutsche Bearbeitung zu übernehmen, oder wer jemanden kennt, der das könnte, der möge sich bitte bei Manfred Pleger oder bei mir melden. Wir werden beide versuchen, den deutschen Anteil an der gemeinsamen Arbeit zu steuern. Doch ohne Eure ernsthafte Mithilfe geht es nicht. Wer sich meldet, erhält dann Kopie der jetzigen polnischen Fassung des Abschnittes, den er bearbeiten will. Aus unserem blauen Kreisbuch und aus anderen Unterlagen läßt sich zudem viel an Fakten zusammenfinden. Das Problem ist aber, den vorliegenden Text aus dem Polnischen erst einmal ins Deutsche zu übersetzen. Denn wir müssen ja wissen, wozu wir Stellung nehmen und was an etwaigen Irrtümern zu korrigieren sein mag. Wir appellieren hier zuerst an unsere Freunde, die das Polnische beherrschen. Für Übersetzungen von Teilabschnitten "aus dem Handgelenk" (unter Verzicht auf Genauigkeit) wären wir sehr dankbar! Ihr lieben Baehrs und Walter Lassahn, könntet Ihr helfen?! und Aus dem Polnischen [in Klammern gefaßte Worte wurden eingefügt]: [Buchtitel:] Touristisch-Landeskundlicher Führer durch das Land Belgard. Praca zbiorowa pod red. Andrzeja Swirko [d. h. durch den heutigen Landkreis Bialogard im Jahre 2000] Debczyno, Gemeinde Bialogard [Belgard], früher Denzin Lage: Schulzendorf, etwa 4 km südlich von Belgard, an einer Nebenstraße Geschichte: Durch die Verschiebung kleiner germanischer Volksstämme im Einzugsbereich der Oder ausgelöste Veränderungen in Kultur und Siedlungswesen Pommerns fanden ihre Spiegelung im Entstehen einer neuen kulturellen Gruppierung, der Denziner Gruppe. Dies geschah zu Anfang der Spätzeit römischer Einflüsse im 3. und 4. Jh. und etwas später durch die Wanderung der Goten und Gepiden und mit ihnen verbündeter Stämme in das Gebiet nördlich des Schwarzen Meeres. Wahrscheinlich waren es Volksstämme aus dem Elbegebiet und aus Skandinavien. In der Besiedlung Pommerns stellte die Ballung von Siedlungen und Gräberfeldern um Denzin eine Ausnahme dar, sie wird als eine Art wirklicher Agglomeration angesehen. Die im 1. Viertel des 16. Jh. beginnende Ausdehnung der junkerlichen Gutsherrschaft brachte eine rapide Verschlechterung der Rechte der Dorfbewohner im Persantegebiet, das zu den wirtschaftlich am weitesten entwickelten Gebieten Hinterpommerns zählte. Der Zuwachs von Gutsbetrieben geschah auf Kosten der bäuerlichen Ländereien. Davon zeugen Eingaben der Bauern aus Denzin von 1599 und 1609, die Klage führen gegen die Wegnahme ihrer besten Äcker durch das entstehende Gut Ackerhof. Um die Wende vom 15. zum 16. Jh. gründeten die letzten Greifenherzöge die Domänenämter mit Administratoren an der Spitze. Die Ämter waren Eigentum der Herzöge. Zu den 18 herzöglichen Ämtern in Hinterpommern gehörte auch das Amt Belgard. Unter den 1782 zugehörigen Dörfern war auch Denzin. Vor wie auch nach dem 2. Weltkrieg war und ist Denzin ein Dorf von Einzelbauern. Bodendenkmäler: Von obengenannter Geschichte zeugen: Das in die Denkmalsliste des Bezirks Köslin eingetragene Gräberfeld am Abhang der sandigen Erhebung am Westufer der Muglitz, ca. 150 m östlich vom Feldweg nach Naffin [das Gräberfeld nahe der Roggower Mühle am Möhlenweg von Lenzen nach Roggow]. Die hier geborgenen reichen archäologischen Funde datieren das Gräberfeld in die spätrömische Kaiserzeit. Wegen seiner Seltenheit ist der Bereich dieses historischen slawischen Friedhofs unter Denkmalschutz gestellt. Ebenfalls in der Denkmalsliste: Eine offene Siedlung am Westufer der Muglitz, nördlich eines Feldweges ca. 500 m nordöstlich vom Weg nach Naffin. Die Funde datiert wie oben ein Beleg für dörfliche slawische Siedlung. [Damit dürfte der Fischberg hinter Fuchskaten gemeint sein.] Mitten im Dorf der nicht mehr benutzte evangelische Friedhof aus der Mitte des 19. Jhs. Praktische Hinweise: Denzin erreicht man von Belgard her mit Fahrrad oder Auto. Auch zu Fuß über einen Holzsteg über die Persante, der den Weg zur Polziner Chaussee verkürzt. Bushaltestelle, Klubraum mit Billard, Sportplatz, 2 Läden; Postleitzahl: 75-200 Bialogard. [Übersetzt aus dem Polnischen von Martin Lassahn aus Klempin, heute Berliner Straße 7, 48231 Warendorf. Vielen Dank lieber Martin Lassahn] Anmerkungen zur vorstehenden polnischen Beschreibung Denzins Die polnische Beschreibung enthält einige Merkwürdigkeiten, die möglicherweise daraus entstanden sind, daß dem Verfasser der Zugang zur alten Literatur erschwert war. Zunächst sei festgestellt: Denzin ist heute keine selbständige Gemeinde, keine Rechtspersönlichkeit mehr, sondern nur noch ein "Dorfwesen" niederen Rechts. Die um Belgard liegenden Gemeinden sind heute zur Gemeinde Belgard zusammengefaßt und werden mit der Stadt Belgard von der Stadt verwaltet. Die Germanen, "Träger der nordischen Kultur" sollen Pommern bereits in der jüngeren Steinzeit 3000 - 2000 vor Christi besiedelt haben. Später dann haben Goten, Gepiden, Burgunder, Rugen usw. Pommern nicht nur z. Z. der Völkerwanderung durchzogen, sondern vielmehr Jahrhunderte vorher in unserer Heimat gelebt. So reichte das Siedlungsgebiet der Völkerfamilie der Goten in seiner größten Ausdehnung von der unteren Weichsel westlich bis an die Persante; östlich von der Persante siedelten später die zunächst nur südlich der Warthe ansässigen Burgunder. Daß das Persantegebiet zu den wirtschaftlich am weitesten entwickelten Gebieten Pommerns gehört habe, schmeichelt uns Persantekindern zwar, ist aber nicht nachvollziehbar. Da war Kolberg mit dem Kolberger Land durch den Seehandel, den lohnenden Fischfang, den Salzsalinen und den fruchtbaren Wiesen und Äckern, der Pyritzer Weizacker mit seinen fetten, ertragreichen Böden usw. unseren mittleren, im Süden des Kreises Belgard schlechteren Böden wirtschaftlich (doch wohl) überlegen, wenngleich auch die Stadt Belgard in der Hansezeit eine blühende Stadt gewesen sein muß. Daß das Vorwerk, d. h. das Amt, den Denziner Bauern um 1600 fruchtbare Äcker zugunsten des Ackerhofs genommen haben soll, ist mir neu, auch sind mir die Schreiben der Bauern von 1599 und 1609 unbekannt. Die bedeutenden pommerschen Geschichtsschreiber Brüggemann (1784) und Berghaus (1867), die die Gemeinden Pommerns beschreiben und immer auch bedeutende Grenzverträge und Grenzstreitigkeiten nennen, sagen nichts darüber. Die Amtministration des Alten Amtes Belgard wurde nicht erst um 1600 geschaffen. So wird als Ministerieller bereits im Jahre 1289 Klest de Densin (Kleist zu Denzin) genannt (siehe bitte unseren Rundbrief Nr. 46 Ostern / Pfingsten 2003). In der polnischen Beschreibung wird das uns bekannte germanische Gräberfeld, das 1936 von Bauer Reinhold Kruggel in Denzin entdeckt und erstmals im Jahre 1937 unter Leitung des Archäologen Hans Jürgen Eggers aus Stettin geöffnet und ausgewertet wurde, als slawischer Friedhof bezeichnet. Die nachfolgenden Seiten geben Aufschluß über das Ergebnis der Ausgrabungen 1937 und bewerten die Funde als germanisch. So heißt es z. B. zu Tongefäßen: "Sie zeigen eine stilistische Entwicklungsstufe, die etwa den elbgermanischen Urnen aus dem Gräberfeld von Dahlhausen in der Prignitz entspricht." Die Aussage, daß am oder auf dem Fischberg hinter Fuchskaten (Wegekreuzung Lenzen-Roggower Möhlenweg / Weg Denzin-Naffin) eine slawische Siedlung bestanden habe, mag sein, die Funde indes auf dem Fischberg sind auch hier germanischer Kultur. Die Gräberfelder in Denzin sind bedeutend, sie stellen aber in Pommern keine Ausnahme dar. Das Land Belgard und Pommern sind von prähistorischen und historischen Funden geradezu übersät und bestätigen die dichte germanische Besiedlung einst unserer Provinz. Mir geht es nicht darum, das Slawische (für uns: Wendische) zu bestreiten, um so weniger als wir Pommern deutsch-wendischen Bluts sind, doch meine ich, daß wir Darstellungen in der polnischen Literatur ernst nehmen und kritisch lesen dürfen. [Dai Schulteknüppel Nr. 48, S. 25-26] |
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